Anekdoten
Arbeitslos
Eingestellt: 30.11. 2004
Sein
Rücken schmerzt, als hätte er den ganzen Tag Kohlensäcke geschleppt,
Schweiß steht ihm auf der Stirn, er fühlt sich total gestreßt. Er geht
zu schnell, er tut alles zu schnell, er zwingt sich zu einer
langsameren Schrittfolge, dann steht er am Automaten, zieht gleich zwei
Päckchen Marlboro, damit er am nächsten Mittag nicht schon wieder los
muß.
Früher wäre er noch auf ein Bier in Huberts Eckkneipe..
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Gedanken zur Vielfalt
Eingestellt: 11.01. 2005
Schlaf in guter Ruh, tu die Äuglein zu, höre, wie der Regen fällt, hör, wie Nachbars Hündchen bellt, Hündchen hat den Mann gebissen, hat des Bettlers Kleid zerrissen, Bettler läuft der Pforte zu, schlaf in guter Ruh. Ein altes deutsches Wiegenlied, dem lauschenden Kinde Nachtfrieden verheißend, nun, nachdem der Eindringling abgewehrt..
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Ketchup oder Mayo?
Eingestellt: 11.01. 2005
Eigentlich ist es mir ja ein wenig peinlich. Denn aus Prinzip und aus ideologischen Gründen und überhaupt hasse ich McDonald, genau wie jeder andere politisch korrekte Mensch in diesem Lande. Schon bei dem Gedanken an die Jungs muss ich an den Slogan "Freßt Scheiße, Millionen Fliegen können sich nicht irren!" denken. Keine Ahnung wie diese Assoziation zu Stande kommt. Manchmal aber kommt...
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Die Lehrer
Eingestellt: 11.01. 2005
Der gute Lehrer ist Verführer der Jugend, er verführt zum Denken, zum selbständigen, und das heißt oft genug, dass er tatsächlich subversiv tätig ist, Radikaler im Schuldienst, der auf verbotene Wege führt, den Vorhang vor verpönten Ansichten wegreißt. Er verführt den Geist, den er weckt, zum radikalen Denken; er lehrt seine Schüler, bis zum Äußersten, zur Radix, zur Wurzel zu gehen, ohne sich durch irgendeine faule Konvention stoppen zu lassen.
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Bildung und Wissen
Eingestellt: 14.01. 2005
Erziehen heißt nicht ein Fass füllen, sondern eine Flamme entzünden, metaphoriert der arabische Dichter.
Hätte er recht, wer sollte dann heute erziehen? Mutlose Eltern und lebensfremde, schlappe Pädoingenieure? Liefern sie noch Reibflächen für eine Zündung?
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Rolling Home
Eingestellt: 15.01. 2005
Manche lieben die Heimat so sehr, dass sie auch in der Fremde die vertraute Umgebung nicht missen möchten. Die rollende Heimstatt am Haken zuckeln ihre Pferdestärken von Platz zu Platz. Tour in der eigenen Tapete. Schöner Wohnen immer im Rücken, während..
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Mythos vom Bauch
Eingestellt: 18.01. 2005
Die scheinemanzipierte Mittelklassefrau pflegt den Mythos vom Bauch, aus dem heraus man leben solle. An Stelle einer intellektuellen Kritik an gesellschaftlich verursachten Missständen und einer genauen Analyse privaten Missgeschicks, die sie nicht leisten kann oder will, weicht sie in die Personalisierung und Psychologisierung von Problemen aus.
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Der letzte Schrei
Eingestellt: 5.02. 2005
Die Eskalation des technologiebeschleunigten Fortschritts scheint grenzenlos. Homo sapiens darf sich am Ende des 20. Jhdts. als Beherrscher der Elemente sehen, ein dichtes Kommunikationsnetz hat den Globus zum Dorf schrumpfen lassen.
In der Tat scheint die Bilanz beachtlich: Wir heben und senken den Wasserspiegel unserer Flüsse per Knopfdruck, erzeugen mit Wasserkraft Strom. Mit riesigen Baufahrzeugen gestalten wir die Erdoberfläche neu, wir versetzen Berge, heben Wasserbecken aus, sprengen den Fels und schaffen die Urwälder beiseite. Die Chemie zwingt den Ackerboden zu permanenten Höchstleistungen, Strahltriebwerke verwandeln Luft in Schubkraft, und wir gleiten auf Luftkissen über Land und Meer, Herren über Raum und Zeit. Unter hohen Feuertemperaturen schmelzen wir Metalle, um sie so zu formen, wie wir sie brauchen, wir richten uns in den Weiten des Weltraums häuslich ein.
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Bücher verändern die Welt
Eingestellt: 13.02. 2005
Vielleicht verändern Bücher heute nicht mehr die Welt, so wie es einst die Bibel, der Koran oder "Das Kapital" vermochten, aber auch dieser Tage können Druckwerke noch immer das Leben des Lesers verändern.
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Liebe ein unbestimmtes Geschlechts-Wort?
Eingestellt: 20.03. 2005
Liebe: ein pubertärer Reflex, eine ubiquitäre Wahnvorstellung, ein unbestimmtes Geschlechts-Wort? In der Tat wohl letzteres: nichts anderes als eine sprachliche Ungenauigkeit. Ein nichts sagendes Wort, weil es zuviel sagen soll. Alles sagen soll zwischen Gotterfülltheit und Geisteskrankheit. Ein hochtönendes Laut- und Buchstabengebinde, Projektionsauslöser für jedermanns Bedürfnisse und Wunschvorstellungen, ähnlich den verwandten Leerformeln „Gott“ und „Seele“.
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Aus- Wählen
Eingestellt: 20.03. 2005
Im Supermarkt, in der Schule, in der Kneipe: Täglich springt sie mir ins Auge, genauer: ins Ohr, die alte Lüge vom freien Willen, eine geniale Erfindung der Überbauagenten, der Schamanen, damit die zwischen Ideen und Waschmitteln herumirrenden Simpel die Bedingtheiten ihren Handelns nicht durchschauen und schon gar nicht verändern wollen.
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Bauernopfer
Eingestellt: 21.03. 2005
Klar, dass der Umgang mit den immer schon Reichen angenehmer ist als der mit den Parvenues. Wer wie selbstverständlich innehat, besitzt und herrscht, wirkt allemal entspannt und kann es sich leisten, freundlich zu sein und locker, ist er es doch, der die Regeln des Spiels bestimmt, der Recht und Gewalt auf seiner Seite hat. Zumal wenn der Begünstigte auch noch Rechtgläubigkeit reklamieren und sein Recht noch von Gott herleiten kann. Dei gratiae. An solcherart Auserwählten
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Humanistische Bildung
Eingestellt: 21.03. 2005
Das humanistische Gymnasium hat seine Schüler nie erzogen, d. h. aus der Unmündigkeit gezogen, es hat sie deformiert. Die Deformation geschah hauptsächlich durch Vorenthalten von Information. Das tat ein Teil der Lehrer mit böser Absicht, ein anderer aus Dummheit. Bei den meisten war wohl beides im Spiel. "Das muß man aus der Zeit heraus verstehen" und andere geläufige konservative Rechtfertigungsklischees lasse ich nicht gelten: Kurzschlüsse von Denkträgen.
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Das Internet
Eingestellt: 28.03. 2005
Es ist ein Netz nur in dem Sinne, dass es einer sich fortwährend dichter gestaltenden Globalisierung meist sinnloser Mitteilungen dient, denen jedoch wie allem Alltagsgerede eine starke Sozialkittfunktion zukommt. Nur ein kleiner Bruchteil der weltweit kursierenden Infos ist in produktiven Kontexten verwertbar. Die aber bedeuten in ihrem jeweiligen Themenbereich eine echte Arbeitserleichterung für den Forschen-den.
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Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose
Eingestellt: 12.12. 2005
Rosen spielen seit jeher nicht nur in der Botanik und als Schnittblume in der Liebe eine Rolle. Auch in der Literatur nimmt die Rose einen wichtigen Platz ein. So sagt eine persische Weisheit: "Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz." Die Rose spielt in Mythen, Lidern und Sagen dabei stets eine unterschiedliche Rolle.
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Regeln für optimale Weihnachtsgeschenke
Eingestellt: 16.12. 2005
Das optimale Weihnachtsgeschenk erfreut den Beschenkten genauso wie den Schenkenden. Dabei ist das Geschenk im Idealfall eine echte Überraschung für den Empfänger des Präsentes.
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