Die Lehrer

Der gute Lehrer ist Verführer der Jugend, er verführt zum Denken, zum selbständigen, und das heißt oft genug, dass er tatsächlich subversiv tätig ist, Radikaler im Schuldienst, der auf verbotene Wege führt, den Vorhang vor verpönten Ansichten wegreißt. Er verführt den Geist, den er weckt, zum radikalen Denken; er lehrt seine Schüler, bis zum Äußersten, zur Radix, zur Wurzel zu gehen, ohne sich durch irgendeine faule Konvention stoppen zu lassen.

Leider findet sich dieser Lehrertypus in einer Beamtenhierarchie nur selten. Hierzulande übt der Pädagogenberuf eine enorme Anziehungskraft auf Ich-Schwache aus, auf Personen, die im Schonraum, im Versorgungs-Uterus des Staates bleiben wollen, auf Inzuchtprodukte also, die auf dem Weg von der Schule über die Uni in die Schule alles mögliche werden wollen, bloß keine kraftvollen und entscheidungsfreudigen Persönlichkeiten.

Von getroffenen Hunden zu schnell als neidvolle Nachrede abgetan: Man wird nicht Lehrer, weil man für diesen Beruf geeignet ist, sondern weil man für alle anderen Berufe ungeeignet ist. Leider erweisen sich im deutschen Schulalltag viele Klischees als nur allzu wahr. Fast jeder hat ihn schließlich vor sich erlebt: den Uninspirierten, der in den Beruf eingetreten ist, um zugleich in den Ruhestand zu treten.

Ihr Selbstwertbewusstsein beziehen solche Unterrichtsbeamte aus dem Umstand, dass sie ja immerhin als eine Art Platzanweiser der Gesellschaft eine wichtige Rolle für viele Lebenslaufbahnen spielen.

Kinder erscheinen diesem verbreiteten Lehrertypus eher als Störfaktoren, die sediert werden müssen. Auf keinen Fall auf dumme Gedanken bringen. Oder gar eine Flamme entzünden. Davon steht nichts in den Richtlinien.

PISA zeigt - Ansatz zu einer Veränderung kann immer nur die Lehrerbildung sein.

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