Bücher verändern die Welt

Vielleicht verändern Bücher heute nicht mehr die Welt, so wie es einst die Bibel, der Koran oder "Das Kapital" vermochten, aber auch dieser Tage können Druckwerke noch immer das Leben des Lesers verändern.

So veränderte vor etwas mehr als zehn Jahren z.B. das Hanf-Buch "Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf mein Leben.

Schon die Vorankündigung des Buches im Katalog von 2001, welche mich zu einer Vorbestellung veranlasste, machte mich extrem neugierig.

Da war zu lesen, dass Herny Ford einst eine Autokarosserie aus Hanffasern baute, oder dass auch in Deutschland noch vor hundert Jahren Haschisch-Hühneraugenpflanzen eine Selbstverständlichkeit waren. Außerdem versprach die Werbung, dass das Buch auf echtem Hanfpapier gedruckt wurde (das spanische Wort für Hanf ist übrigens Canamo).

Einst war Hanf ein wichtiges Wirtschaftsgut. Die Segelflotten dieser Welt konnten nicht ohne das strapazierfähige Tuch aus der anspruchslosen Faserpflanze auskommen.

Erst der Siegeszug von Baumwolle und Synthetikfasern konnten der Nutzpflanze Cannabis sativa den Garaus machen. Alle diese Superlative, welche die Hanfbibel beschrieb faszinierten mich als Leser derart, dass ich mich kundig machte und kurz darauf anfing über den nachwachsenden Rohstoff in dem Kiffermagazin "HanfBlatt" kurze Beiträge zu schreiben. Später kamen die Zeitschrift Hanf! und der Newsticker des nova-Institutes im Internet dazu. Ich wurde quasi ein kleiner Journalist.

Das Beispiel belegt, dass Bücher ein Leben verändern und in neue Bahnen lenken können. Deshalb wäre es vermutlich sinnvoll, wenn alle Bücher einen Warnhinweis beinhalten würden, der vor möglichen Nebenwirkungen warnt.

Zurzeit lese ich übrigens gerade ein Buch über die Kulturgeschichte der Kartoffel. Zwar besteht wohl kaum die Gefahr, dass man durch das Lesen des Buches zu einem Erdapfel wird. Aber die Degeneration zu einem Couch-Potato wäre ja bereits schlimm genug!

Klaus-Martin Meyer

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