Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose
Rosen spielen seit jeher nicht nur in der Botanik und als Schnittblume in der Liebe eine Rolle. Auch in der Literatur nimmt die Rose einen wichtigen Platz ein. So sagt eine persische Weisheit: "Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz." Die Rose spielt in Mythen, Lidern und Sagen dabei stets eine unterschiedliche Rolle. Auf anhieb fällt jeden Kind im deutschsprachigen Raum das Märchen "Dornröschen" - aufgeschrieben von den Gebrüder Grimm - ein.
Auf vielfältige Weise wird das Rosen-Motiv auch in der deutschen Klassik verarbeitet. Die Rose steht hier zumeist für die Vergänglichkeit, das Zerrinnen der endlichen Zeit, das Rad des Lebens. Dann wieder symbolisiert die Blume auch den Frühling, Blüte, den Rausch der Jugend. Darüber hinaus versinnbildlicht sie sowohl die Erotik und als auch den Schmerz. Die bedeutendsten Texte hierzu stammen wie so oft von Goethe, der das Thema sowohl volkstümlich im "Heideröslein" als auch bedeutungsschwer im "Faust II" verarbeitet.
Auch in der Gefühlsschwangeren Romantik spielen die Rosen eine wichtige Rolle. Hier passt das Dornengewächs hervorragende zur Melancholie sowie zum Hang zum Morbiden. Die Rose ist dabei das Sinnbild für die Endlichkeit des irdischen Seins. Andreas Gryphius schrieb sehr beeindruckende Verse über die Rose, die Generationen von Oberschülern lesen mussten. Der Inhalt dieser Verse ist zumeist die Rosen, die Eitelkeit und das vergebliche Streben nach ewiger Jugend.
Im 18. Jahrhundert wird die Rose zuweilen auch als Gottesgabe gepriesen. Diese hohen Weihen hat sich die Rose aufgrund ihres Aussehens und ihres Duftes verdient.
Klaus-Martin Meyer
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