Master und Bachelor Studiengang
Hat das Kind nur einen neuen Namen oder hat sich was geändert? Deutsche Hochschulen bieten bereits oder demnächst Bachelor-Studiengänge an. Manche Hochschule hat dafür ganz neue Konzepte entwickelt, andere haben lediglich bestehende Studiengänge umbenannt. Doch nun hat der Abiturient die Qual der Wahl - was taugt was? Auch Unternehmen sind bei dieser Frage überfordert und können nicht mehr von ihren bisherigen Erfahrungen, dass diese oder jene Hochschule im speziellen Fachbereich besonders gut ausbildet, ausgehen.
Nun haben sich im Arbeitskreis Personalmarketing 34 führende deutsche Unternehmen wie beispielsweise Bertelsmann oder die Deutsche Bank zusammengeschlossen und einen Ratgeber für die neuen Formen der Hochschulausbildung erstellt. Dafür wurden 88 Hochschulen (davon 40 Fachhochschulen) angeschrieben, wovon 65 geantwortet haben. Ziel war die Überprüfung, in welchem Maße ein Studiengang Methoden- und Sozialkompetenz des Studierenden fördert und wie sehr er international und praxisbezogen ist.
Dabei stellte sich heraus, dass von 100 Studiengängen lediglich 12 die mit drei Sternen ausgezeichnete Bestnote erhielten, 19 Studiengänge bekamen lediglich einen Stern. Bemerkenswert ist, dass der Praxisbezug durchweg besser bewertet wurde als die Förderung von Internationalität sowie interkultureller Kompetenz.
Besonders erstaunlich ist jedoch, dass viele Fachhochschulen sich in der Spitzengruppe der Bewertungen befinden aufgrund professioneller Umstellung ihrer Studiengänge. Große Universitäten wie Mannheim, Frankfurt oder Köln lagen deutlich zurück, da die Umstellung nur teilweise durchgeführt wurde. Die meisten Privathochschulen blieben sogar weit hinter den Erwartungen zurück.
Fehler werden vor allem dadurch gemacht, dass man die Abschlüsse in ein unflexibles Reglement zwingen will durch Festlegung der Studienzeit auf 3 Jahre und stark ausgeprägte Spezialisierung.
Ein einheitliches angelsächsisches Bachelor-Modell existiert in Deutschland nicht.
Während einer Studie zufolge in Australien, Kanada und den USA die erste Phase des Bachelor-Studiums breit angelegt ist und mit Doppelprogrammen sowie variablen Kombinationen (Double Major- und Major-Minor-Modelle) die Palette der Studieninhalte vergrößert, ist sowohl in England als auch in Deutschland dies noch nicht der Fall. Hier können deutsche Hochschulen und Fachhochschulen von internationaler Erfahrung noch lernen und profitieren. Es gibt mittlerweile bereits 2.400 Bachelor- und Master-Studiengänge in Deutschland, und bis 2010 soll eine flächendeckende Umstellung hierauf erfolgen.