Alternative Formate für Audiodaten

Außer dem geläufigen MP3-Format gibt es auch noch eine Reihe anderer Speicherformate, wobei die einen noch im kommen sind andere aber auch heute schon durchaus gebräuchlich sind. Jedes dieser Formate hat seine eigenen Vorteile und insbesondere die Entwicklung der neueren Codecs schreitet rasant voran. So scheint es also nur noch eine Frage der Zeit bis das momentan wichtigste Format MP3 abgelöst wird. Im Folgenden möchten wir ihnen einige Alternativen zu den MP3s vorstellen:

AAC
AAC (Advanced Audio Coding) galt von Anfang an als Nachfolger der MP3s, das Ziel des Fraunhofer Instituts war es vor allem im Internet einen neuen Standard zu setzen. Obwohl der Schwerpunkt bei AAC auf der Einbindung einer Kompressionsmethode für die 5.1 Surround Signale liegt, konnte man das Rennen um das Audioformat bei DVDs nicht gegen "Dolby-Digital" gewinnen. Bei AAC wird vor allem auch versucht die Bitrate möglichst niedrig zu halten ohne einen gravierenden Qualitätsverlust hinnehmen zu müssen und so ist AAC seid 2000 bei japanischen Radiosendern das einzige Format, dass noch verwendet wird. Aufgrund des Mehrkanal-Potenzials (bis zu 48 diskrete Kanäle) und der MPEG4-Video Fähigkeit könnte dieses Format noch eine recht interessante Zukunft vor sich haben.
Ogg Vorbis
Ogg Vorbis dürfte wohl die ernstzunehmenste Alternative zu MP3 sein. Das "Ogg" im Namen ist dabei allerdings nur eine Abkürzung aller neuen Formate an denen die Hersteller arbeiten und "Vorbis" die erste Serienreife Produktion. Es handelt sich hierbei um einen vollkommen lizenzfreien Encoder/Decoder der ähnlich wie Linux alle Vorteile eines Open-Source-Programmes hat. Aufgrund der Übermächtigen Stellung von MP3 entwickelt sich Vobis nur langsam, dafür aber stetig. Christopher Montgomery, Entwickler von Ogg Vobis, behauptet sogar, die Ogg Vorbis Familie entwickle sich schon schneller als MP3 in seiner Anfangszeit, obwohl es ohne Konkurrenz war.
Das Computermagazin C't in der Ausgabe 23 vom 03.11.03 zu Ogg Vorbis: "[Ogg Vorbis] stellt das betagte MP3 in puncto Kodiereffizienz locker in den Schatten ... Kein Wunder also, dass viele Musik- und Open-Source-Fans sehnlich auf Player für das Format warten ... jetzt scheinen sich immer mehr Hardware-Hersteller an das Open-Source-Format heranzuwagen. ... Nahezu jeder gängige Mediaplayer unterstützt mittlerweile Ogg Vorbis nativ oder wenigstens über ein Plug-in - und zwar betriebssystemübergreifend."
Real-Audio
Bei Real-Audio handelt es sich um eine Lösung nur für den heimischen PC, d.h. dass es hierfür keine portablen Player gibt oder ähnliches. Vor allem ist dieses Format aber beim Internetradio wichtig. Durch die Streaming-Technologie ist es möglich schon beim herunterladen der Datei diese anzuhören und nicht erst auch dem vollständigen Download. Dadurch ist es möglich sich die verschiedenste Radioanstalten auf den eigenen PC zu holen. Dieses "Radio hören" nennt man dann "streamen".
WMA
WMA (Windows-Media-Audio) ist Microsofts Standard-Streaming-Media-Format und wird genau wie Real-Audio bei der Echtzeitübertragung von Video und Audio Dateien im Internet verwendet. Kern dieses Formates ist ein integrierter Kopierschutz der die Plattenhersteller und Interpreten schützen soll (lesen sie hierzu "Rechtslage"). Anders als Real-Audio lässt sich WMA auch auf vielen MP3-Playern abspielen und ist damit um einiges praktischer im Gebrauch.
MP3-Pro
MP3-Pro wurde 2001 von Thomson, Besitzer eines großteils der MP3 Patente, auf den Markt gestellt und soll nicht nur die Tonqualität erhöhen sondern auch mit verbesserten Komprimierungsdaten und verbesserten Bitraten um die 64 kBit/s arbeiten. MP3-Pro soll bei 64 kBit/s die gleiche Klangqualität erreichen wie MP3 bei 128 kBit/s. MP3 -Pro eignet sich besonders beim Streaming und bei Nutzung von MP3-playern mit beschränkter Festplatte, da sich die Qualität bei MP3 bei höheren Bitraten bekanntermaßen deutlich verschlechtert.
Wave
Wave-Dateien sind streng genommen keine wirkliche Konkurrenz für die MP3s, da in der Regel keine Komprimierung vorgenommen wird. Im Wave-Fromat werden die Daten meist als Rohdaten gespeichert und dabei meist die von der Audio-CD bekannte Pulse Code Manipulation verwendet. Allerdings eignen sich Wave-Dateien hervorragend zum Bearbeiten von Musikstücken auch wenn die Daten hierbei um einiges größer sind als bei anderen Codecs.

Demzufolge gibt es also doch einige Alternativen zu den MP3s, wobei sicher jeder Codec seinen eigenen Vorteil hat, ob nun bei der Internetradio Nutzung oder beim Speicherplatz. Es bleibt abzuwarten wie sich dieses Thema entwickelt.

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