Espresso
Die Vokabel Espresso leitet sich aus dem italienischen Wort "espressivo" ab, mit welchem ein explizit für den Gast zubereitetes kulinarisches Gericht bezeichnet wird. Auch der Espresso wurde zunächst nur für den Gast zubereitet, denn es dauerte viele Jahre, bis Espressomaschinen auch in normale Haushalte Einzug hielt. Der Verdacht, dass das Wort etwas mit der extrem schnellen Herstellungsweise zu tun hat, ist ebenso verbreitet wie falsch
Espresso ist ein Kaffee nicht nur für echte Männer, der auf eine besondere Art und Weise zubereitet wird. Gern wird besonders der Gourmet Espresso aus einer kleinen, dickwandigen Tasse ( vorzugsweise mit einem abgespreizten kleinen Finger) getrunken. Das spezielle an der Zubereitung ist, dass Wasserdampf unter hohem Druck durch das gemahlene Kaffeepulver gepresst wird. Bei diesem spektakulären Vorgang wird ein - glaubt man den Vorurteilen der Leute - sehr starker Kaffee aufgebrüht. Auf der Oberfläche des Espresso schwimmt die so genannte Crema, die zum besonderen Aroma beiträgt. Durch die Stärke der Röstung und die kleinen Tassen ist der Koffeinanteil beim Espresso allerdings kleiner als bei einem normalen Kaffee.
Will man den aus Italien stammenden Kaffee angemessen genießen, sollte man selbigen aus kleinen, und - wie erwähnt - dickwandigen Tassen trinken, die man vorwärmen sollte. Serviert man den Espresso mit einem Glas Wasser, ist das ganze eine runde Angelegenheit.
Espresso ist im Mittelmehrraum die vorherrschende Zubereitungsart für Kaffee. Dieses muss man im Hinterkopf haben, bestellt man in Italien oder Spanien einfach nur eine Tasse Kaffee. Dass der Espresso in Italien den Standard setzt, ist nicht unbedingt selbstverständlich, denn die druckvolle Zubereitungsmethode kam erst in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in Mode.
Klaus-Martin Meyer