Von der Kaffeebohne bis zum Genuss

In Deutschland ist Kaffee das beliebteste Getränk - und nicht nur hier, sondern auch in vielen anderen Ländern! Seit im 17. Jahrhundert der Kaffee in Mitteleuropa populär wurde, schätzt man seine belebende Wirkung.

Die Herstellung ist kompliziert. Die erste Schwierigkeit besteht darin, dass die Kaffeepflanze ("Coffea arabica") nur in bestimmten klimatischen Zonen auf guten Böden wächst. Die Pflanze braucht Wärme und Feuchtigkeit. Extreme Hitze einerseits und große Kälte andererseits schaden ihr. Die wichtigsten Anbaugebiete der Kaffeepflanze liegen in Brasilien (mit Abstand der größte Kaffeeproduzent!), Vietnam, Kolumbien, Indonesien. Auf größeren Höhen (über 1.000 m, zum Beispiel in Kolumbien) wächst der besonders edle "Hochland"-Kaffee. Die Kaffeepflanze wird heute in riesigen Plantagen kultiviert. Ihre Früchte, die so genannten "Kaffeekirschen", werden geerntet, danach entfernt man das Fruchtfleisch. So bleiben die Kaffeebohnen übrig, die - nach Qualität sortiert - geröstet werden. Dunkle Röstung führt zu stärkerem Kaffee als helle Röstung.

Deutschland verfügt in Gestalt des Hamburger Hafens über den größten Umschlagplatz für Kaffee überhaupt. Einige wenige große Hersteller beherrschen den Kaffeemarkt hierzulande. Einige der bekannten Namen lauten: Melitta, Tchibo, Dallmayr, Darboven.

Kaffee behält sein Aroma am besten, wenn man eine Packung vom Kauf bis zum Öffnen in der Gefriertruhe aufbewahrt. Die angebrochene Packung sollte in einer Kaffeedose im Kühlschrank gelagert werden.

Dass Kaffee alles in allem positive Wirkungen auf den Konsumenten ausübt, dürften die meisten Kaffeetrinker bestätigen. Kaffee ist gesund, wenn er nicht im Übermaß konsumiert wird! Nun noch einige Worte zu den kulturellen Folgen des Kaffeetrinkens: Im 17. Jahrhundert entstanden die ersten Cafés oder "Kaffeehäuser". Besonders in Wien entwickelte sich eine ganze "Kaffeehauskultur". Dichter, Journalisten und andere Intellektuelle liebten die Atmosphäre des Kaffeehauses, wo sie, wie einer von ihnen formulierte "allein und doch in Gesellschaft" sein konnten. Manche österreichischen Schriftsteller wie z.B. Karl Kraus, Peter Altenberg und Friedrich Torberg verbrachten halbe oder ganze Tage in ihrem Stammcafé und verfassten sogar ihre Werke dort. Die österreichische Kaffeehauskultur mit ihren typischen Kaffee-Kreationen wie Melange oder "Einspänner" (Kaffee mit viel Sahne) verbreitete sich im 19. Jahrhundert in allen Ländern, die damals zur Habsburger Monarchie gehörten, wie z.B. Tschechien und Ungarn. Daher verfügen Großstädte wie Prag, Budapest oder Triest noch heute über die gemütlichsten Kaffeehäuser!

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