Die moderne Geburt III
Der Wandel der Krankenhäuser
Da sich die meisten werdenden Mütter doch für eine Klinik-Geburt entscheiden, werden wir diesen Aspekt etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Als Ende der sechziger Jahre die Krankenkassen jeder Frau ermöglichten, ihr Baby in einem Krankenhaus zu entbinden, waren die Verhältnisse dort nicht wirklich gut. Die werdende Mutter wurde auf einer "Pritsche" in einem meist weiß gekachelten Raum von einem nicht unbedingt netten Personal betreut. Jegliches Gefühl für diesen so einmaligen Augenblick ging dabei verloren. Erst als durch die Einführung der Pille immer weniger Babys zur Welt kamen, stellten sich die Krankenhäuser um. Da wichen die Pritschen einer bequemen Liege - oder gar einer Badewanne. Der Vater - sonst ausgeschlossen - durfte endlich seiner Frau bei der Geburt des Babys unter die Arme greifen und dieses einmalige Ereignis endlich wieder miterleben. Bald durfte er die Nabelschnur durchschneiden. Dem Augenblick, dem "Eltern - werden" und dem Glück, es zusammen zu schaffen, stand man endlich Platz und Zeit zu.
Leider werden aber auch immer mehr Eingriffe in die Geburt - in die Natur - hingenommen. Nein, nicht wenn es wirklich notwendig ist! - Sondern einfach routinemäßig - weil es so bequemer ist - oder weil man jetzt gerade Zeit dafür hätte. Ungefähr ein Viertel aller Babys werden durch künstliche Hormone auf die Reise geschickt, und gut ein Drittel wird während der Geburt zur Eile gedrängt. Die meisten Geburten werden heute von Medikamenten gesteuert und von Apparaten überwacht.
Jedoch hat dadurch weder die Baby- noch die Müttersterblichkeit weiter abgenommen. Im Gegenteil: es können sogar Nachteile dadurch entstehen. Denn jeder einzelne Eingriff - egal wie groß oder klein - birgt Risiken für Mutter und Baby. Gerade der Kaiserschnitt - der im Notfall angewandt, Leben retten kann - wird häufig ohne wirklichen Grund angewandt. Nach einer Studie der WHO (Weltgesundheitsbehörde) sind bei etwas mehr als zehn Prozent alle Geburten die Gesundheit - oder gar das Leben - von Mutter und Baby gefährdet. Dort ist selbstverständlich der Kaiserschnitt die beste Lösung. Bei uns in Deutschland wird aber mittlerweile jedes vierte Baby - in manchen Krankenhäuser gar jedes zweite Baby - durch Kaiserschnitt entbunden. Doch hier - wo oft kein akuter Notfall vorliegt - übersteigen die Risiken den Nutzen.
Alle Eingriffe in den Ablauf einer Geburt - egal ob Wehentropf oder PDA (Periduralanästhesie) - sind, falls kein Notfall vorliegt, nicht nur unnötig (oder gar gefährlich), sondern zum Fenster rausgeworfenes Geld.
Eine ambulante Geburt - gegen die bei normaler Schwangerschaft und einer gesunden Mutter nichts spricht - kostet fast nichts.
Ein Kaiserschnitt kostet dagegen ca. 2500 Euro.
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