Hanf ist nicht der einzige nachwachsende Rohstoff III

Swimming in the pool, that cool...

sang vor Jahren Peter Gabriel auf Solopfaden schlendert. Auf jeden Fall ist es sehr cool, in den Badenanzügen oder Bikinis der amerikanischen Designerin Peggy Scarborough an einem solchen zu liegen. Die ökobewegte Modedesignerin entwirft unter dem Label "Happy Campers" attraktive und farbenfrohe Bademode aus Hanf, Baumwolle und Lycra. Eine angemessenere Bekleidung kann sicher kein Hanffan am Strand tragen. Für den europäischen Markt sucht die Designerin bisher noch Vertriebsfirmen, so dass man sich als Hanffan noch per Mailorder in den Staaten mit der Beach Ware eindecken muss: www.happycampers.biz!

Kann Hanf Zuckerrohr ersetzen?

Nach Angaben von "Radio New Zealand Internation" empfiehlt "The Asian Development Bank (ADB)" Landwirten von den Fidschi-Inseln, die negativ von der Restrukturierung der Zuckerrohrindustrie betroffen sind, auf den Hanfanbau umzusteigen. Informationen von "Fiji TV" zufolge seien die Empfehlungen der ADB teil einer Studie über die Lebensbedingungen von Farmern und Erntehelfen, die ihre Arbeitsplätze verloren haben. Der Hanfanbau kann auf den Fidschi-Inseln jedoch erst beginnen, wenn die aktuelle Gesetzeslage, die selbigen bisher verbietet, geändert wird. Die Regierung der Fidschi-Inseln hat sich nach Aussage der Landwirtschaftsministers Jonetani Galuinadi bisher noch nicht mit dem Inhalt der Studie der ADB befasst.

Plastik aus Essensresten

Der Biochemie-Ingenieur Jian Yu vom "Hawaii Natural Energy Institute" [www.hnei.hawaii.edu] hat mit seinen Kollegen einen Verfahren entwickelt, bei dem Essensresten in einem Reaktor in Plastik verwandelt werden. Die Polymere sollen zu umweltfreundlichen Verpackungen weiterverarbeitet werden. Nach Vorstellungen der Forscher sind hierbei Produkte von Getränkeverpackungen denkbar bis hin zu Tabletten, die bestimmte Medikamente in den Organismus transportieren. Die grundsätzliche Idee ist nicht neu. Schon vor zehn Jahren stellten Chemiker der britischen Firma ICI das biologisch abbaubare Polymer PHB her. Damals war es ca. zehnmal teuerer als konventionelle Polymere und wurde aus Zuckerrohr und organischen Säuren hergestellt. Yu fand durch die Verwendung von Lebensmittelresten, die er in lokalen Restaurants sammelte, einen Kosten günstigeren Weg, um das Polymer gewinnen. Aus 100 kg mit Wasser vermischten Lebensmittelresten entstehen dabei 22 bis 25 kg Polymer. Die Forscher erwarten, dass Entsorgungsfirmen aus dem Verfahren Nutzen ziehen werden. Allein in den USA fällt jährlich rund 22 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall an.

Klaus-Martin Meyer
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