Hanf ist nicht der einzige nachwachsende Rohstoff I

T-Shirts aus Soja-Bohnen

Bekanntlich gilt die Maxime, dass man ist, was man isst. Und neuerdings kann man am Körper tragen, was man isst. So stellt die in Peking ansässige Firma Harvest SPF Textile Company textile Fasern für Unterwäsche, T-Shirts und Pullover aus Sojabohnen her. Diese Fasern sind weich wie Kaschmir und luxuriös wie Seide, spenden zudem Wärme und absorbieren Feuchtigkeit. Nebenbei sind die Fasern auch noch biologisch abbaubar. Darüber hinaus sollen die Aminosäuren und Proteine aus den Fasern der Haut gut tun. Die Zukunftsaussichten derartiger Fasern sind sehr gut. Das jährliche Wachstum solcher "engineered textiles" wird auf drei bis vier Prozent geschätzt. Dieses Wachstum ist jedoch durch Produktionsprobleme und aufgrund der hohen Entwicklungskosten verhalten.

Skier aus Bambus

Skier sind in der Regel poppig und kunterbunt. Ganz anders sehen die neuen Luxus-Skier der Firma Bogner aus, die im Winter die Pisten erobern sollen. Kern und Oberfläche der Bretter sind aus unlackiertem und naturbelassenem Bambus.
Die handgefertigten Skier aus dem für diese Sportgeräte ungewöhnlichen Werkstoff weisen nach Angaben des Herstellers eine extrem hohe Belastbarkeit auf Zug, Druck und Torsion auf, bei gleichzeitig niedrigem Gewicht.
Beim Preis liegen die Bambusbretter allerdings deutlich im oberen Preissegment. Saftige 2000 Euro werden im exklusiven Fachhandel für die Bogner-Bretter verlangt, die es in drei verschiedenen Ausführungen gibt.

Jute im Strassenbau

Die indische Juteindustrie sieht im ländlichen Straßenbau ein Umsatzpotential für Geotextilien aus Jutefasern von 500 Millionen Rupien (ca. 8,8 Millionen Euro). Arun Bal, Vorsitzender des "Jute Manufactures Development Council (JMDC)", einer Abteilung des Landwirtschaftsministeriums, sagte jüngst auf einer Pressekonferenz, dass Straßenbau-Pilotprojekte auf den Weg gebracht wurden, bei denen auf einer Gesamtlänge von 50 km Geotextilien aus Jute zum Einsatz kommen.
Nach Angaben von Bal wird sich das JMDC je nach Ausgang der Pilotprojekte beim "Indian Roads Congress" dafür einsetzen, dass Geotextilien aus Jute zu einem Standard-Baustoff für den Straßenbau erklärt werden.

Klaus-Martin Meyer
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