Hanfanbau 83 Hektar
Cana Tec startet Dauerbetrieb im Mai
Auf vorerst 83 Hektar Anbaufläche starten Mitte April zwölf Agrarunternehmen im Altenburger Land mit dem Hanfanbau. Das Erntegut liefern die Landwirte Mitte August nach Informationen des Vorsitzenden des lokalen Kreisbauernverbandes Ludwig Berthold an die in Greiz ansässige Firma Cana Tex GmbH
In diesem Jahr läuft der Hanfanbau als Versuch. Sofern sich gute Erträge einstellen, ist an eine Ausweitung gedacht. Künftig sollen in Greiz bei Cana Tec bis zu 9000t Hanf zu Fasern und anderen Produkten u.a. für die Automobilindustrie verarbeitet werden. Nach Angaben des Geschäftsführers Rolf Schneider ist die Firma Cana Tec der erste vom zuständigen Bundesministerium anerkannte und zertifizierte Verarbeiter von Hanf in Mitteldeutschland.
Anfang Mai startet in dem Greizer Unternehmen, in dessen Ausrüstung mehr als vier Millionen EUR investiert wurden, der Dauerbetrieb. Im Einschichtbetrieb verarbeiten die Produktionsanlagen 3.000t Hanfstroh im Jahr.
Biogas echte Einkommensalternative
Ulrich Keymer von der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (München) verwies in einer Stellungnahme darauf, dass Biogasanlagen für die Landwirtschaft eine echte Einkommensquelle darstellen könnten. Dies setzt jedoch eine ausreichende Mindestvergütung voraus.
In diesem Zusammenhang äußerte Keymer die Hoffnung, dass im Rahmen einer Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) weitere Vergütungsstufen mit höheren Vergütungssätzen für kleine Biomasseanlagen eingeführt würden. Außerdem sei eine weitere Differenzierung für Anlagen, die ausschließlich nachwachsende Rohstoffe verarbeiten zu wünschen.
Bei den derzeitigen Vergütungssätzen ist nach Ansicht von Keymer der Betrieb von Biogasanlagen auf Basis einer ausschließlichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen und Gülle wirtschaftlicher nicht möglich. Bisher sind die Betreiber landwirtschaftlicher Biogasanlagen deshalb aus ökonomischen Gründen gezwungen betriebsfremde Bioabfälle zuzukaufen.
Für das ökonomische Betreiben solcher Anlagen sei zudem die Nutzung der von den Anlagen erzeugten Wärme für Stallungen, Wohnräume, Brauchwassererwärmung und die Trocknung landwirtschaftlicher Produkte sinnvoll.
Klaus-Martin Meyer