Hanf ist nicht der einzige nachwachsende Rohstoff II

Schottland: Whisky-Brennerei liefert Energie aus Biomasse für 600 Haushalte

Die nördlichste Whisky-Brennerei auf dem schottischen Festland, die Old Pulteney Distillery in Wick hat Ende 2004 den Zuschlag für das erste schottische Biomasse-Pilotprojekt erhalten, welches in erster Linie auf die Reduzierung von Kosten abzielt. Neben der Energieersparnis für die Brennerei sollen auch 600 Haushalte der Region von preisgünstiger Wärme und Strom profitieren.

Die notwendige Biomasse für die Pilotanlage wird in Form von Durchforstungsholz aus naheliegenden Wäldern geliefert. In der ersten Phase des Projektes sollen immerhin 60 nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten werden. Die Umwelt wird in Form von 5.100 t eingesparten Kohlendioxid-Emissionen profitieren. Läuft alles nach Plan, kann die neue Anlage innerhalb eines Jahres Energie für die Brennerei und die Region liefern.

Die Brennerei ist ironischer Weise für das Pilotprojekt in besonderer Weise geeignet, weil sie noch mit einem veralteten und ineffizienten (also umweltschädlichen) Herstellungsverfahren, der sog. "worm-condenser"-Technik arbeitet. Old Pulteney hatte an dem Verfahren stets festgehalten, da dieses angeblich maßgeblich für den besonderen Geschmack des berühmten Single Malt verantwortlich ist.

Neben der eigentlichen Einnahmequelle (nämlich dem Whisky) ist für viele Brennereien in neuer Zeit das angeschlossene Besucherzentrum ein existenzieller Umsatzbringer. Dies gilt auch für Old Pulteney. Vielleicht wird die neue Biomasseanlage zusätzlichen Anlauf fördern, welcher sich nicht unbedingt nur für den Hochprozentigen interessiert.

Auf jeden Fall wird in Zukunft der Whisky doppelt so gut schmecken wie bisher, weil man ja einerseits etwas Gutes für die Umwelt tut und andererseits die Leute in Wick möglicher Weise ohne Heizung und Strom dastünden!

Klaus-Martin Meyer
Hanf Same

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