Tiereinstreu aus Hanfschäben

Tiereinstreu (insbesondere Pferdeeinstreu) ist momentan der wichtigste Absatzmarkt für Hanfschäben. Die Schäben sind der holzige Bestandteil des Stängels der Hanfpflanze. Diese fallen quasi als Nebenprodukt bei der Fasergewinnung an. Im Jahre 1998 wurden in der Europäischen Union ca. 30.000 Tonnen Hanfschäben als Tiereinstreu verkauft.

Einiges Aufsehen erregten Hanfschäben in diesem Zusammenhang als bekannt wurde, dass die Pferde am königlichen Hofe in Großbritannien ihre edlen Felle auf Schäben betten, die aus Cannabis sativa gewonnen wurden. Interessant ist der Einsatz von Hanfschäben für Pferdehalter insbesondere dann, wenn kein Getreidestroh eingesetzt werden kann oder soll. So kommt Stroh dann nicht in Frage, sofern die betreffenden Pferde unter Atemwegserkrankungen leiden.

Damit Hanfschäben als Pferdeeinstreu vermarktet werden können, müssen sie eine helle Farbe haben, staubfrei sein und eine möglichst gleichmäßige Länge aufweisen. Der Mist aus den Schäben eignet sich sehr gut als organischer Dünger, da die Schäben im Gegensatz zu Sägespänen innerhalb weniger Monate kompostieren und nicht zu einer Versauerung des Boden führen. Natürlich können die Schäben auch als Einstreu für kleine Tiere genutzt werden. In diesem Segment ist die Konkurrenz der eingesetzten Rohstoffe aber ungleich größer. Zudem sind die Volumina, die im Pferdebereich eingesetzt werden viel größer als z.B. bei Meerschweinchen.

Grundsätzlich stellt sich natürlich immer die Frage, ob ein solcher Rohstoff nicht zu schade ist, um diesen in einen Pferdestall zu streuen und hinterher zu kompostieren. Schließlich lassen sich aus Hanfschäben auch wunderbar Dämmstoffe oder Faserplatten herstellen. Über diese Frage entscheidet letztendlich aber sicher die Zahlungsbereitschaft auf dem jeweiligen Markt.

Klaus-Martin Meyer
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