Strom vom Discounter: Ein erfolgsversprechendes Modell?
In den letzten Jahren ist der Wettbewerb auf dem Strommarkt deutlich angezogen. Zehn Jahre nach der Liberalisierung des Strommarktes hat aber trotzdem erst eine kleine Kundengruppe von ihrer Wechselmöglichkeit Gebrauch gemacht. Einige Stromanbieter versuchen deswegen verstärkt neue Kundengruppen anzusprechen, durch neue Vertriebswege und Direktkooperationen.
Ab 15. März 2010 bietet der Lebensmitteldiscounter Lidl bundesweit in seinen über 3000 Filialen Ökostrom von eprimo an. Der Lidl Strom von eprimo wird als Starterpaket für 3,99 Euro verkauft. Dieses Starterpaket berechtigt zum Abschluss eines Stromvertrags mit eprimo. Um die Kunden zum Abschluss zu locken, erhält jeder neue Stromkunde einen Einkaufsbonus von 100 Euro und eine Preisgarantie von über 1 Jahr.
Schon 2007 hatte ebenfalls Lidl Stromverträge verkauft. Damals wurden ein Stromprodukt der Eon Tochter E WIE EINFACH vertrieben.
Auch der Hamburger Kaffeeröster Tchibo hatte bereits mehrmals Stromprodukt in seinen Regalen stehen. Der Kooperationspartner von Tchibo war bisher jedes mal der Strom- und Gasanbieter Lichtblick. Nachdem bereits 2006 und 2007 erfolgreiche Kooperationen über die Bühne gingen, wurde letztmalig im März 2009 Lichtblick Strom und Gas in allen Tchibo Filialen verkauft. Der Ökostromanbieter Lichtblick kooperiert unter anderem zusätzlich noch mit der Postbank und mit Volkswagen.
Auch in Tengelmann und Kaisers Filialen wurde bereits Strom des Energieversorgers Badenova vertrieben. Ebenfalls wurde Strom bereits in der Kette „The Phone House“ vertrieben.
Die zunehmende Anzahl von Verkaufsaktionen in Supermarktketten scheinen durchaus erfolgreich gewesen zu sein. Die Stromanbieter können auf diesen ungewöhnlichen Vertriebsweg Kunden erreichen, die ansonsten nicht für Energiethemen sensibilisiert sind. Die vermeintlich preis-sensitive Zielgruppe der Lebensmitteldiscounter soll auf das Sparpotential eines Anbieterwechsels gezielt hingewiesen werden. Lange Strompreisgarantien und wie im Falle der Kooperation von eprimo und Lidl ein Einkaufsbonus von 100 Euro sollen das Angebot dem Kunden schmackhaft machen.
Auch wenn die Angebote in den Supermärkten auf den ersten Blick viel versprechend aussehen, sollten Verbraucher einen Anbietervergleich durchführen. Über diverse Stromrechner ist ein Strompreisvergleich problemlos durchführbar. Da der Strompreis aufgrund von unterschiedlichen Netztentgelten von Region zu Region unterschiedlich ist gibt es häufig keinen Stromanbieter der in allen Regionen immer am günstigsten ist. Für Verbraucher sollte deswegen die Devise lauten: Erst vergleichen, dann Wechseln.