Madeira, portugiesisches Paradies vor Afrika
Aufgrund der üppigen Flora wird Madeira auch als Blumeninsel oder Garten des Atlantiks bezeichnet. Die portugiesische Insel ist 794 Quadratkilometer groß und liegt in einer Entfernung von 700 Kilometern vor der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean. Hauptstadt von Madeira ist die Universitätsstadt Funchal, eine Stadt mit rund hunderttausend Einwohnern. Klimatisch ist Madeira in verschiedene Zonen unterteilt, in die Nordhälfte der Insel, in der es besonders in den Morgenstunden häufig regnet und in den subtropisch warmen Süden. Selbst in den Wintermonaten erreichen die Tagestemperaturen an der Südseite der Insel oft bis zu 20 Grad Celsius. Dieses Klima und ein intelligentes Bewässerungssystem, die Levadas, mit deren Bau schon im 15. Jahrhundert begonnen wurde, bedingen das üppige Pflanzenwachstum auf der Insel.
Da Madeira weit von der Küste des marokkanischen Festlandes entfernt ist, wurde die Insel erst nachdem der portugiesische Seefahrer João Conçalves Zarco sie erneut entdeckte im 15. Jahrhundert dauerhaft besiedelt. Erstmals soll Madeira schon im 6. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern entdeckt, aber nicht besiedelt worden sein. In nur wenigen Jahren wurde aufgrund der großen Fruchtbarkeit Madeiras mit dem Anbau von Getreide und Zuckerrohr begonnen. Später ließen sich viele Europäer, vor allem Italiener und Flamen auf der wohlhabenden Insel nieder. Nachdem der Anbau von Zuckerrohr den Boden ausgelaugt hatte und nur noch schlechte Erträge lieferte, begann man im 16. Jahrhundert mit dem Weinanbau, der noch heute zu den wichtigsten wirtschaftlichen Faktoren der Insel gehört.
Die wohl größte Sehenswürdigkeit Madeiras ist die üppige Flora und Fauna im Inneren der Insel. Daher ist Madeira vor allem ein Wanderparadies mit Wanderwegen, die entlang der Levadas über das ganze Gebiet der Insel führen. Insbesondere der Bereich zwischen den Städten Porto da Cruz und Santana im Norden Madeiras zeigt eine außerordentliche Artenvielfalt und wurde zum Weltnaturerbe der UNESCO erhoben.
Der Botanische Garten von Funchal mit seinem Papageienpark ist ein beliebtes Ausflugsziel für alle Besucher der Insel. In Funchal ist ein Besuch des Marktes oder auch des Ausflugsortes Monte oberhalb der Stadt mit seinen vielen Attraktionen immer lohnenswert. Das Cabo Girão ist die zweithöchste Steilklippe der Welt und die Naturschwimmbäder in Porto Moniz mit dem dazu gehören Meeresaquarium sind ebenfalls Anziehungspunkte für Besucher der Insel.
Madeira ist eine insgesamt gebirgige Insel und die Felsen reichen fast überall bis an die Küsten heran. Der einzige Sandstrand Madeiras befindet sich in Calheta und auch dieser wurde künstlich mit afrikanischem Sand angelegt. An anderen Orten gibt es natürliche Felsbadebuchten wie den Lido Galomar in Caniço. Dort wurde zudem ein Unterwasser-Nationalpark eingerichtet, der ein beliebtes Taucher-Paradies darstellt. Auf der zu Madeira gehörenden Nebeninsel Porto Santo gibt es einen neun Kilometer langen, natürlichen Sandstrand. Die Insel ist mit dem Schiff in etwa zwei Stunden oder mit dem Flugzeug in zwanzig Minuten von Madeira aus erreichbar.
Auf Madeira gibt es große und komfortable Ferienanlagen mit Ferienwohnungen und Hotels. Unter anderem befindet sich auf der Insel eines der luxuriösesten Hotels der Welt, das 1891 eröffnete Reid`s Palace, wo auch bereits Winston Churchill wohnte. Aufgrund der klimatischen Bedingungen der Insel befinden sich die Hotelanlagen fast ausschließlich an der Südseite Madeiras in der Umgebung von Funchal.
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