Warum sollte man mit seiner Diplomarbeit Geld verdienen?

Die Antwort auf diese Frage ist eine ganz einfache. Jeder Akademiker erinnert sich vermutlich nicht gerade gern an den Stress und die Arbeit an der Diplomarbeit zurück. Bei manchem dauerte die Arbeit an dem wissenschaftlichen Werk bis zu sechs Monate. Während dieser Schaffensperiode blieb in der Regel wenig Zeit zu jobben. Eine Diplomarbeit ist ergo mit Opportunitätskosten in nicht zu vernachlässigender Höhe verbunden.

Darum ist es Quasi eine Pflicht, sich mit Hilfe der Arbeit für die damit verbundenen Mühen entschädigen zu lassen.

Und dabei kann leicht ein vierzehntes bis fünfzehntes Monatsgehalt bei rausspringen und das über Jahre! Ein Seychellen-Urlaub ist auf jeden Fall drin. Das ist doch mehr als ein kleines Geschnenk!

Außerdem ist mit dem Verkauf der Arbeit auch jede Menge Selbstbestätigung und Spaß verbunden anders als mit dem Schreiben der Arbeit!

Sie halten das für unglaubwürdig? Dann überzeugen Sie sich selbst bei eBay. Dort verkauft sich meine inzwischen acht Jahre alte Diplomarbeit noch heute! Die Arbeit meiner Frau ist "erst" sechs Jahre alt und ein wahrer Bestseller!

Der zweite Grund heißt: Verbessern Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt! Gerade in der heutigen Zeit, ist es für Hochschulabsolventen nicht so einfach, eine adäquate Anstellung zu finden! Durch jeden Verkauf gelangen Sie potentiell in die Wahrnehmung eines möglichen Arbeitgebers und steigern so Ihre Chancen auf eine interessante Erstanstellung. Schließlich sind Sie auf dem Gebiet ihrer Diplomarbeit der Experte!
Glaubt man der Wochenzeitschrift Der Spiegel ist der Vertrieb von Diplomarbeiten schon zu einer Art soziologischen Phänomen geworden. Danach wird durch den Verkauf der eigenen wissenschaftlichen Arbeit aus dem Examen quasi ein "Projekt Ich". Freilich hat Der Spiegel auch gleich ein paar schöne Beispiele parat, wo sich findige Studenten förmlich eine goldene Nase verdient haben. Allerdings geht der Spiegel nur auf zwei Formen des Vertriebes ein, den über Agenturen und über einen noch nicht so stark genutzten Weg, dem über "Books on Demand".

Die Möglichkeit des Druckes eines eigenen richtigen Buches ist zwar sehr Prestige trächtig aber vermutlich in der Praxis bei Diplomarbeiten noch nicht wirklich so stark erprobt, wie der Spiegel uns das glauben machen will.

Klaus-Martin Meyer
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