Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Laut den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr erstmals wieder einen Anstieg der Erwerbstätigen in Deutschland, bis dahin sind die Arbeitslosenzahlen stetig gestiegen. Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Erwerbstätigen im Durchschnitt rund 38,4 Millionen. Das sind 0,3% mehr als im Vorjahr.

Diese Entwicklung wurde durch die vorangegangenen Reformen am Arbeitsmarkt begünstigt. Diese Nachricht ist leider noch kein Grund zur Freude, da insgesamt noch keine deutliche Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt zu verzeichnen ist. Laut den Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft befindet sich der Arbeitsmarkt in Deutschland zwar in der Stabilisierung, der Anstieg der Erwerbstätigen aus dem Jahr 2004 ist jedoch zu gering, um die Konjunktur positiv zu beeinflussen. In einer Umfrage des Instituts der Deutschen Wirtschaft gaben nur 18 Prozent der Firmen an, dass sie im nächsten Jahr neue Arbeitsplätze schaffen werden.

Hinzu kommt die immer stärker werdende Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. In den Medien wird immer häufiger von Werksschließungen und vom Stellenabbau aus Kostengründen gesprochen. Bei einer Werkschließung oder Verlagerung der Produktion sind oft auch die Zulieferbetriebe gezwungen, das Personal abzubauen oder ihre Betriebe ganz zu schließen. Es sind auch nicht mehr nur die Großkonzerne, die ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Auch der Mittelstand beginnt seine Produkte im benachbarten Polen oder Tschechien fertigen zu lassen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass es in Deutschland bald einen Fachkräftemangel geben wird. Viele Deutsche zieht es bereits jetzt zum arbeiten ins Ausland, da viele Tätigkeiten beispielsweise in Norwegen oder Schweden weitaus besser bezahlt werden als in Deutschland. Bei der Agentur für Arbeit häufen sich die Stellenanzeigen aus dem Ausland. Laut Schätzungen von Experten wird sich dieser Trend in den nächsten Jahren noch verstärken.

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