Geschichte des Karnevals

Heute teilen sich in Bezug auf Karneval die Geister. Viele fiebern das ganze Jahr - gerade in den Hochburgen - auf diese Zeit hin, andere verurteilen ihn mit dem Argument, dass man sich nicht hinter Masken zu verstecken braucht, um Spaß zu haben.

Am bekanntesten ist der Karneval von Venedig, Florenz, Rom und Rio, hierzulande dagegen wird diskutiert, ob nun die Festlichkeiten in Köln, Düsseldorf oder Mainz das wichtigste Ereignis darstellen. Entgegen landläufigen Meinungen ist der Karneval kein Kind des Mittelalters. Vielmehr gab es Vorläufer dieser Tradition bereits im alten Babylon. Dort wurde ein siebentägiges Fest gefeiert, während dessen Dauer alle Menschen des Landes - ganz gleich, welcher Klasse sie angehörten - einander gleichgestellt waren - ein Urgedanke des Karnevals.

Meist in die Zeit des Frühlings fallend zelebrierten auch Mittelmeerländer wie Italien (damals die Römer), Griechenland und Ägypten vergleichbare Zeremonien - zu Ehren ihrer jeweiligen Götter. Bei den Römern kamen erstmals Umzüge zum Einsatz ebenso wie Rosenblätter, die über die Köpfe der Anwesenden gestreut wurden. Konfetti und Bonbons gab es ja damals noch nicht. Aus Europa ist der Karneval seit dem 12. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken. Hier kommen der Spott gegen und die Parodie von hochgestellten zunächst vor allem geistlichen Persönlichkeiten und Ritualen ins Spiel. Übergriffe wurden in dieser Zeit geduldet, doch mit Erreichen des Aschermittwochs mussten die Ausschweifungen enden, womit für die Kirche die Welt wieder gerade gerückt wurde, was die Umkehr zu Gott und natürlich dem Gehorsam der Kirche gegenüber versinnbildlichte.

Noch weiter als beim Karneval hierzulande reichen die Wurzeln beispielsweise des Karnevals von Venedig. Er wird bereits 1094 erstmals erwähnt. Dieser Karneval war von Anfang an ein riesiges Volksfest, bei dem Kostüme getragen, menschliche Pyramiden gebaut und Feuerwerke abgebrannt wurden. Es gab Marionettentheater und den Höhepunkt bei diesem Karneval stellte der Engelsflug dar, bei dem ein Akrobat von der Bucht am Markusplatz startete und ein Seil bis hinauf zum Campanile balancierte, um von dort oben Blumen über die staunenden Menschen zu streuen.

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