Tätowierung - Tattoo
Bei einer Tätowierung handelt es sich um eine Darstellung oder ein Wort, welches mit Hilfe von Tinte oder anderen Farbpigmenten in die Haut eingebracht wird. Je nach gewünschtem Effekt wird die Farbe mittels Tätowiermaschine mit einer oder mehreren Nadeln unter die oberste Hautschicht gestochen.
Woher die Tätowierung wirklich kommt, ist nicht wirklich schlüssig geklärt und sogar die Haut des allgemein bekannten Steinzeitmenschen Ötzi weist schon Tattoos auf. Es steht jedoch fest, dass in nahezu allen Regionen der Erde schon seit Jahrtausenden die Tätowierung gebräuchlich war und wahrscheinlich einen rituellen Ursprung hat. Sie hat sich wohl unabhängig und selbständig bei verschiedenen Völkern entwickelt.
Bei der Technik des Tätowierens kommt es darauf an,
den mittels Punktierung in die Haut eingebrachten Farbstoff weder zu
oberflächlich noch zu tief zu platzieren. Ideal und somit dauerhaft
ist ein Tattoo in der mittleren Hautschicht, da es dort weder nach
außen abgestoßen oder nach innen ausgewaschen wird.
Die mit der Tätowiermaschine gestochenen Bilder oder Wörter werden
mit einer Geschwindigkeit von 800 bis 3.500 Nadelbewegungen in der
Minute erzeugt, je nach gewünschtem Effekt wie Linien oder
Schattierungen.
Heutzutage haben Tätowierungen für jeden Träger eine andere Bedeutung. Manche/r will sich damit schmücken oder sieht es als Mittel für einen verstärkten sexuellen Reiz, andere möchten sich abgrenzen, Exklusivität, Protest oder politische Gesinnung zum Ausdruck bringen.
Das etwas negative Image der Tätowierung rührt wahrscheinlich daher, dass in Japan über lange Zeit besonders Prostituierte und Arbeiter Tattoos bevorzugten und zu Beginn des 18. Jahrhunderts Kriminelle damit gebrandmarkt wurden.
Beliebheit der Tätowierung nimmt seit den neunziger Jahren zu
Seit Mitte der 90er Jahre nahm jedoch die Beliebtheit des Tätowierung besonders bei den Jugendlichen ständig zu, und selbst Kinder griffen zu Klebebildern, die sich allerdings problemlos entfernen ließen. Popstars wie Madonna machten Hennatattoos zum Hit - dabei wird die Haut nicht durchstochen, sondern bemalt. Der Körper baut den Farbstoff binnen einiger Wochen wieder ab und das Tattoo ist spurlos verschwunden.
Das Einbringen von Tätowierungen unter die Haut ist natürlich nicht ungefährlich, da hier - wie bei jeder Wunde - Infektionsgefahr besteht. Auf Dauer können Farbpigmente in den Körper gelangen. Da es hier keine gesetzlichen Vorschriften für die Zusammensetzung der Farben gibt, sind diese oft durch Schwermetalle verunreinigt. Azo-Farben zerfallen unter UV-Licht sogar in gesundheitsschädliche Stoffe.
Wer, aus welchem Grunde auch immer, seine Tätowierung wieder
loswerden möchte, dem steht besonders die Rubinlaser-Therapie zur
Verfügung. Sie weist nicht nur recht gute Resultate auf, sondern ist
auch relativ gut ausgereift und besonders verträglich. Allerdings sind
bis zu etwa 10 Sitzungen erforderlich.
Häufig wurden jedoch ältere Tätowierungen mit Farbstoffen erzeugt,
die auch mit dieser Technik nicht zu entfernen sind. Eine andere
Methode ist die der Diathermie, wobei mittels Mikrowellen umliegende
Hautzellen zerstört werden, die beim Abheilen zusammen mit den
Farbpigmenten abgeschieden werden.