Fußball Bundesliga: die Pleiten und Pannen der Hinrunde
Wenn das Sepp Herberger wüsste: die Pleiten und Pannen der Hinrunde
Fußball Bundesliga
Der Beginn der 42. Bundesligasaison hätte kurioser kaum sein können. Im Bremer Weserstadion hatten sich 38.128 Zuschauer versammelt, um die Partie des deutschen Meisters gegen den FC Schalke 04 anzusehen. Millionen von Fußballanhängern saßen an jenem Freitag Abend daheim vor den Fernsehgeräten und sehnten das Ende der bundesligafreien Zeit herbei. Vergebens! Das Flutlicht war ausgefallen und verhinderte so einen pünktlichen Saisonstart. Erst nach über einer Stunde ging den Bremer Technikern dann doch noch ein Licht auf und so kamen die Fußballfans schließlich doch noch auf ihre Kosten.
Es sollte nicht das einzige Malheur dieser Spielzeit bleiben. Vor allem die Herren in schwarz (bzw. grün oder gelb) trugen das eine oder andere Mal zu mitunter recht kuriosen Unregelmäßigkeiten bei.
Die Partie Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen wird auf Grund einer solchen Fehlleistung zweifellos in die Bundesliga-Annalen eingehen. Referee Brych hatte das Spiel bereits vor Ablauf der regulären Spielzeit beendet und damit nicht nur Werder-Trainer Schaaf verärgert, sondern auch die alte Sepp Herberger Weisheit "ein Spiel dauert 90 Minuten" ausgehebelt. Wenn das der einstige Kulttrainer noch erlebt hätte ...
Ebenfalls bemerkenswerte Fehler unterliefen Brychs Kollegen Fröhlich und Stark. Beide verwiesen einen Spieler des Feldes. Eine Alltäglichkeit? Mitnichten: beide bestraften den falschen Spieler. Andere Aktionen blieben hingegen ungeahndet, wie z.B. die Nasenattacke von Kahn gegen Klose oder der Kung-Fu-Angriff von Robert Enke. Den wohl größten Fehltritt leistete sich aber Gladbachs Oliver Neuville. Was der Schiri nicht weiß, macht ihn nicht heiß, dachte der Stürmer vermutlich, als er im Spiel gegen Kaiserslautern den Ball scheinbar unbemerkt mit der Hand ins Tor bugsierte. Und tatsächlich: der Regelverstoß wurde übersehen, das Tor zählte. Gladbach gewann das Spiel und ganz Fußball-Deutschland war empört. Vor allem, weil der Übeltäter nicht die Spur von Reue zeigte. Wenige Tage später ging der Schuss für den "Handballer" Neuville dann doch noch gehörig nach hinten los. Das DFB-Sportgericht sperrte den Ex-Nationalspieler für zwei Spiele. Und damit nicht genug: von nun an klebte dem bis dato treffsicheren Angreifer das Pech am Stiefel. Was für eine Pleite!
Der Pleitenclub der Liga bleibt trotz Präsidentschaftswechsel Borussia Dortmund, die höchsten sportlichen Pleiten kassierten Freiburg und Gladbach, die beide ein 0:6-Debakel erlebten. Die Pleitenserie der Hinrunde legte aber ohne Zweifel Hansa Rostock hin. Die Ostseestädter verloren daheim acht Spiele in Folge und knackten damit einen Uraltrekord von Tasmania Berlin aus dem Jahre 1965. Die Hansa reagierte und zog die Notbremse. Für Juri Schlünz heuerte Jörg Berger an. Im neunten Heimspiel erreichte der neue Coach ein Remis und verhinderte so einen alleinigen Negativrekord der Hanseaten.
Kurios aber vor allem auch dubios waren auch die Diskussionen um eine vermeintliche Spielmanipulation in Liga zwei. Vor der Partie Erzgebirge Aue gegen RW Oberhausen waren ungewöhnlich viele und hohe Wetten auf einen Ausgang von 2:0 abgeschlossen worden. Und tatsächlich endete das Spiel mit exakt diesem Ergebnis - nach einem Eigentor sowie einem Elfmetertreffer. Sehr verdächtig! Glück im Unglück für die meisten Wettbüros: viele hatten das Spiel schon vorher aus der Wertung genommen.
Von zerplatzten Träumen vom großen Geld zu einem geplatzten Spielgerät. In unserem Nachbarland Belgien ereignete sich nämlich eine weitere historische Panne, als in einer Partie zwischen dem RSC Anderlecht und La Louviere sich während eines Torschusses der Ball in seine Bestandteile auflöste. Trotz seiner Deformierung landete die Kugel in den Maschen des Tores von La Louviere. Tor oder nicht ? Kaum jemand im Stadion konnte es sagen. Die Antwort: es hätte Schiri-Ball geben müssen, denn der Ball war ja schließlich nicht mehr rund. Sepp Herberger hätte es gewusst, der Referee dieser Partie nicht: er erkannte den Treffer an.
micoud-filou.de - ein Portrait vom Bundesliga Spieler Johan Micoud, der Nummer 10 des SV Werder Bremen
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