Mission Weltmeister 2006
Nichts kann die Liebe der deutschen Fans zum Fußball erschüttern. Keine EM Enttäuschung, kein Schiedsrichterskandal oder zu geringe Ticketkontingente. Die Vorfreude der Anhänger auf die bevorstehende WM 2006 ist ebenso groß wie der Optimismus.
Gleich zu seinem Amtsantritt verkündete der neue Bundestrainer Jürgen Klinsmann: " Die Deutschen Fußballfans wollen, das wir 2006 Weltmeister werden. Also ist das auch mein Ziel." Klinsmann geht volles Risiko, versucht nicht die immens hohe Erwartungshaltung zu dämpfen, sondern fördert die positive Betrachtungsweise sowohl bei den Fans als auch bei seinen Spielern. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Michael Ballack antwortet zu diesem Thema wie folgt: "Man muß sich immer hohe Ziele setzen. Wir wollen ins Finale. Im Fußball ist alles möglich." Diese Überzeugung und der gesprochene Wille von dem Teamleader und Kapitän, greift bei den Mitspielern wir ein Lauffeuer um sich. Bei einer Umfrage unter den Profifußballern glaubten 37% der Befragten an den Gewinn der Fussball Weltmeisterschaft 2006.
Unsere erste Mannschaftssitzung so Klinsmann, haben wir mit einem emotionalen Video eröffnet, mit den deutschen WM- Erfolgen von 1954, 1974, 1990, und der Vizeweltmeisterschaft 2002. Dem Wehklagen, dass es der deutschen Fußballnation an fähigen Offensivkräften mangele, schloss sich das Trainerduo nicht an. Der Rekordtorschütze des FC Freiburg, Joachim Löw (81 Tore) und der Stürmer der Weltmeisterschaft von 1090, Jürgen Klinsmann haben schon als Spieler lieber den Vorwärtsgang als den Rückwärtsgang benutzt und übertragen diese Philosophie nun auch auf die Nationalmannschaft. "Unsere Grundordnung soll offensiv ausgerichtet sein, denn wir wollen bei der WM 2006 attraktiven Fußball spielen" erklärte Löw. Alte Zöpfe hat das Duo nicht nur in bezug auf die Spiel-Philosophie abgeschnitten, auch den DFB haben sie aus alten Handlungsmustern herausgelöst.
Man muss den ganzen Laden auseinander- nehmen, wurde Klinsmann zitiert, als noch die so genannte Trainerfindungskommission tagte. Doch der Nationaltrainer startete nach seiner Benennung nicht einen Sturmlauf auf den DFB, sondern eine "sanfte Revolution" wie es die Zeitung "die Welt" beschrieb. Er hat vieles verändert, beispielweise wurde der smarte Oliver Bierhoff als Manager der Nationalmannschaft installiert. Auch bei der Trainingsmethotik setzt die sportliche Leitung auf neue Wege. Aus den Vereinigten Staaten wurden Spezialtrainer wie Mark Verstegen hinzugezogen, und auch eine ausführliche Datenbank zu jedem Spieler wurde angelegt. " So gewinnen wir einen Überblick über die körperlichen Defizite der Spieler. Diese können wir dann mit Absprache der Vereintrainer gezielt beheben", erklärte Jogi Löw.
Das Trainerduo hat seit dem Rücktritt von Rudi Völler auch in der Mannschaft einen Neuanfang vollzogen. Viele neue, junge Spieler wie beispielsweise Robert Huth, Per Mertesacker, Patrick Owomoyela, Thomas Hitzlsperger oder auch Lukas Podolski eröffneten einen wahren Debütanten - Regen.
Die etablierten Kräfte geraten durch diesen Zuwachs zunehmend unter Druck und müssen um Ihren Stammplatz in der Nationalmannschaft bangen. Die Etablierten wissen, dass sie Gas geben müssen so Klinsmann. Der gelernte Bäcker formt also schon jetzt an seinem Team, das am 09. Juli 2006 in Berlin den WM Pokal in Empfang nehmen soll. Eine erste Bilanz, die der Nationaltrainer nach der Asien Reise zog, versprühte diese positive Grundeinstellung, die Ihn auszeichnet und verrät auch das Rezept, das Deutschland zum vierten WM Triumph ermöglichen soll: " Ich bin grundsätzlich sehr zufrieden. Wir haben es geschafft, eine Grundphilosophie hinsichtlich unseres großen Ziel WM-Titel 2006 zu vermitteln, die sich in kurzer Zeit in den Köpfen der Spieler festgesetzt hat. Dieses Bewusstsein, gepaart mit den deutschen Tugenden soll am Ende der Schlüssel zum Erfolg sein."
Frank Haufler
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