Wirkungsweise der Akupunktur
Akupunkturnadeln werden schon seit langem gegen die verschiedensten Krankheiten gesetzt, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Ihre Ursprünge sollen bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Ihr Einsatz zur Linderung oder Beseitigung von Schmerzen ist allgemein anerkannt. Wer den Weg des Schmerzreizes im Körper kennt, kann dies nachvollziehen.
Die unter der Haut endenden unterschiedlichen Nervenzellen reagieren auf unterschiedliche Reize wie Druck oder Temperatur, andere auf Verletzungen oder Veränderungen des Gewebes. Durch diese Information wird das Schmerzgefühl hervorgerufen. Beispielsweise bei einer Verbrennung sind zunächst die obersten Haut- und Unterhautzellen betroffen. Sie sondern Stoffe ab, die die Nerven der Umgebung aktivieren. Über sie wird der Schmerzreiz zum Rückenmark geleitet und dort auf zweite Nervenzellen, die zum Gehirn gehen, umgelenkt.
Gleichzeitig werden im Rückenmark Nervenbahnen aktiviert, die die Muskeltätigkeit steuern - der Schmerzreflex, der die betroffene Stelle zurückschrecken lässt. Doch egal, ob eine äußere Verletzung oder eine innere Schädigung des Körpers vorliegt, es werden so lange Reize an das Gehirn gesendet, bis Schmerz oder Schädigung behoben bzw. geheilt ist.
So lange das zentrale Nervensystem Reize bewertet und sortiert, funktioniert es einwandfrei. Doch jeder kennt auch Ausnahmesituationen. So ist man beispielsweise für einen Moment seine Kopfschmerzen los, wenn man sich den Finger quetscht. Dann ist zunächst der Finger wichtiger. Ähnlich diesem Prinzip funktioniert die Akupunktur.
Die Akupunkturnadel reizt besonders druckempfindliche Nervenzellen. Dieser Reiz wird nun ins Rückmark und dann ins Gehirn geleitet, wo auf drei verschiedenen Wegen der Schmerz durch die Akupunktur unterdrückt wird.
Endet die durch die Akupunktur gereizte Nervenzelle im gleichen Rückenmarkssegment wie die den vorhandenen Schmerz leitende Nervenzelle, wird bereits auf Rückenmarksebene das Schmerzempfinden gedämpft. Außerdem wird durch den Akupunkturreiz die Umlenkung des Schmerzreizes von der ersten auf die zweite Nervenzelle gehemmt, zumindest so lange, wie die Akupunktur dauert.
Durch den Nadelreiz angeregt setzt das Gehirn Botenstoffe, Endorphine, frei. Sie ähneln dem Morphium und lindern Schmerz. Ebenso steigt der ACTH-Spiegel, ein Hormon, welches die Kortisonproduktion und die anderer entzündungshemmender und schmerzlindernder Stoffe anregt. Diese Vorgänge können Grund dafür sein, dass die Wirkung der Nadelreize auch nach Entfernung der Nadeln noch anhält.
An dieser Stelle sei auch noch auf die Möglichkeit der Augenakupunktur bei degenerativen Augenerkrankungen hingewiesen, denn Grüner Star, Netzhautablösung oder Thrombosen gelten als unheilbar. Die Nadeln werden nicht in das Auge gesetzt.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Akupunkturbehandlungen bei chronischen Kopfschmerzen, Lendenwirbelsäulen-Schmerzen sowie degenerativen Gelenkschmerzen (Coxathrose/Gonathrose). Der behandelnde Arzt muss das so genannte A-Diplom vorweisen können.