Internet-Apotheke

Obwohl der Online-Handel mit Medikamenten in Deutschland noch verboten ist, boomt der Versandhandel seit 2004, denn ausländische Anbieter können dieses Verbot umgehen. Da die Preise im Internet oft deutlich unter denen in den Apotheken liegen, scheint dies eine feine Sache zu sein.

Die niederländische Apotheke DocMorris bot 2001 auf einer deutschsprachigen Website das nahezu komplette Arzneimittelsortiment an. Trotz eines Gerichtsurteils vom November 2000 wird dies bislang geduldet, da gemäß EU derartige Verbote nur in den Ländern selbst gelten, jedoch für andere Mitgliedsländer keine Behinderung des Warenverkehrs vorliegen darf. Und da DocMorris eine in den Niederlanden zugelassene Apotheke ist, die sich zudem streng an die deutschen Vorschriften für rezeptpflichtige Medikamente hält, akzeptieren auch die Krankenkassen den Versandhandel.

Davon profitieren sowohl Krankenkasse als auch Patient - für ihn entfallen die Rezeptgebühr von 5,-- Euro, die deutsche Apotheken gesetzlich gezwungen erheben müssen, sowie die Versandgebühr. Zusätzlich sind die Medikamente ca. 10 bis 20 Prozent billiger als in Deutschland. Handelt es sich um rezeptfreie Medikamente, wird zwar Porto berechnet, jedoch sind die Arzneimittel etwa 10 bis 30 Prozent günstiger als in Deutschland. Nachteilig ist jedoch, dass über die Kaufabwicklung hinaus keine detaillierte Beratung erfolgt. Hierfür existiert lediglich eine kostenpflichtige Service-Hotline. Allerdings füllt man vor der ersten Bestellung einen Gesundheitsbogen aus.

Man sollte aber besser ganz genau wissen, was man warum bestellt und wie man es verträgt. Doch lässt die Beratung auch in deutschen Apotheken noch so manchen Wunsch und Fragen offen.

Es ist damit zu rechnen, dass in nächster Zeit die Internet-Apotheke / Online Apotheke auch in Deutschland erlaubt ist. Gesundheitspolitiker arbeiten an einem Modell, welches sich stark an dem Beispiel Schweiz orientiert. Dort gelten sehr strenge Richtlinien.

Deutsche Apotheken, die nicht nur beratend tätig werden, sondern sogar in der Lage sein müssen, nach Rezept einige Medikamente selbst herzustellen, fürchten die Internetkonkurrenz, da sie ihre Existenz bedroht sehen. Viele kleine Apotheken haben inzwischen eine eigene Website online, und es haben sich sogar tausende deutsche Apotheker zu einem Onlineshop zusammengeschlossen. Allerdings muss man sich trotz Onlinebestellung wegen des dt. Versandverbotes das Medikament bei einer Apotheke in der Nähe abholen.

Bleibt also für den deutschen Patienten die Schlussfolgerung, dass sich eine Onlinebestellung bei der Internet-Apotheke im Ausland dann lohnt, wenn man regelmäßig aufgrund einer chronischen Erkrankung ein rezeptpflichtiges Medikament braucht, denn man spart Rezept- und Versandkosten. Benötigt man häufig rezeptfreie Arzneimittel, sollte man vorab die Kosten durchrechnen, damit sich auch wirklich eine Ersparnis ergibt.

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