Laser-Operation oder Sehhilfe?
Ist man auf Brille oder Kontaktlinse angewiesen, kann man sich unschwer vorstellen, dass eine Laser-Operation zur Behebung der Fehlsichtigkeit in Betracht kommt.
Neben den recht verbreiteten Augenoperationen zur Behebung der Fehlsichtigkeit mittels Laser sind auch Operationen möglich, bei denen Plexiglasringe oder künstliche Linsen eingesetzt werden.
Wer solche Operationen in Erwägung zieht, sollte darauf achten, dass die behandelnden Ärzte sich den Richtlinien der Kommission Refraktive Chirurgie verpflichtet haben. Die vorwiegend durchgeführten Verfahren sind die Photorefraktive Keratektomie und die Laser-in-situ-Keratomileusis. Sie arbeiten zumeist mit einem so genannten Excimer-Laser. Dessen sehr kurze Lichtimpulse tragen jeweils einen zweitausendstel Millimeter der Hornhaut ab. Dadurch wird die Brechkraft der Hornhaut - nicht der Linse - korrigiert. Flacht man bei Kurzsichtigkeit das Zentrum der Hornhaut ab, so behandelt man Weitsichtigkeit durch Abflachen des Randbereiches, damit sich das Zentrum stärker wölbt.
Korrekturen bei Kurzsichtigkeit bis ca. minus 10 Dioptrien und bei Weitsichtigkeit von etwa plus 3 Dioptrien können so vorgenommen werden. Je Auge betragen die Kosten für diesen Eingriff etwa 2.000 Euro. Nach Abtragung der obersten Zellen der Hornhaut wird die tiefer liegende Schicht per Laser verdünnt. Während des natürlichen Heilungsprozesses wachsen die obersten Zellen nach.
Eine behutsamere Technik ist die Lasik-Operation. Hier wird die oberste Hornhautschicht nicht entfernt, sondern mittels Präzisionshobel flach aufgeschnitten und dann wie ein Deckel hochgeklappt. Die tiefer liegende Schicht kann nun mit Laser behandelt und anschließend mit dem Deckel wieder verschlossen werden. Dadurch ist für den Eingriff nur ein kleiner Schnitt erforderlich. Der Heilungsprozess ist kürzer und fast schmerzlos. Ein weiterer Vorteil ist jener, dass die Hornhautoberfläche weniger Narben aufweist und die Sehkraft sich schneller stabilisiert. Diese Methode kann jedoch nur dann zur Anwendung kommen, wenn die Hornhaut eine Mindestdicke besitzt, da der aufgeschnittene Deckel nicht mehr zur Stabilität beitragen kann. Durch einen Lasik-Eingriff werden etwa 3 bis 5 Dioptrien bei vorliegender Hornhautverkrümmung ausgeglichen.
Natürlich ist die Methode zur Behebung der Fehlsichtigkeit nicht ohne Risiken oder Beeinträchtigungen. Beispielsweise kann sich das Sehvermögen bei Nacht und in der Dämmerung verschlechtern. Auch sind Entzündungen und Narbenbildung möglich. Etwaige Spätfolgen sind derzeit noch nicht abzusehen, da solche Operationen erst seit einigen Jahren vorgenommen werden.
Zusätzlich zu den beiden genannten Vorgehensweisen gibt es noch weitere Techniken wie das Einsetzen von künstlichen Linsen oder das Einsetzen von (Halb-)Ringen in den Randbereich der Hornhaut.
Für was man sich letztendlich entscheidet, ist von den physischen Gegebenheiten ebenso abhängig wie von einer guten und ausführlichen Beratung, die nicht nur über die Vorteile, sondern auch über etwaige Risiken aufklärt.
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