Zecken - Gefahr für die Gesundheit

In den letzten Jahren sind nicht nur im süddeutschen Raum, sondern auch im Norden oder Osten Deutschlands Zecken zu finden, die Erreger der lebensgefährlichen Hirnhautentzündung FSME in sich tragen. Zeckengefahr besteht übrigens auch im Winter, denn bis zu minus 10 bis 13 Grad halten die Zecken aus. Im letzten Jahr erkrankten bundesweit 432 Personen an FSME, 2004 waren es noch 274. Die besonderen Risikogebiete sind sicherlich in Bayern und Baden-Württemberg zu finden, aber auch in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz werden es mehr.

In unseren östlichen Nachbarländern und in den baltischen Staaten nimmt jedoch die Zeckenplage ebenso zu wie in Süd-Norwegen und Südost-Schweden. In Österreich sind bereits circa 90 Prozent der Bevölkerung gegen FSME geimpft.

Diese zunehmende Ausbreitung ist darauf zurück zu führen, dass sich Rotwild und Nager stark vermehren. Die Viruserkrankung FSME wird von ihnen über die Zecke auf Menschen, aber auch auf Haus- und Nutztiere übertragen. Klimawandel, globale Erwärmung und veränderte landwirtschaftliche Nutzung tragen ebenfalls dazu bei, dass sich die Zecken verstärkt in Richtung Norden ausbreiten.

Allerdings kann man sich gegen diese Form der Meningitis impfen lassen. Die Impfung erfolgt in drei Abschnitten, danach ist eine Auffrischung im Abstand von 3 Jahren erforderlich. FSME beginnt wie eine Sommergrippe, kann aber zur Hirnhautentzündung oder zu Nervenlähmungen im Rückenmark führen.

Eine andere Erkrankung, die ebenfalls durch Zeckenbiss übertragen wird, dies in allen Bundesländern, ist die Borreliose. Gegen sie ist eine Impfung nicht möglich, da es sich um eine bakterielle Infektion handelt. Hier hilft die rechtzeitige Einnahme eines Antibiotikums. Wird sie nicht erkannt, können sogar Jahre später Folgeerkrankungen auftreten, die nicht mit der Ursache in Verbindung gebracht werden und über lange Zeit Arztbesuche ohne Hilfe zur Folge haben. Fehldiagnosen wie Rheuma, MS, Fibromyalgie, Burn-Out-Syndrom oder psychische Erkrankungen werden diagnostiziert.

Maßnahmen gegen Zeckenbisse

Durch gezielte Maßnahmen kann man jedoch einen Teil dazu beitragen, Zeckenbisse zu vermeiden. Diese Tierchen halten sich meist im Gebüsch oder hohen Gras auf in ca. 1 Meter Höhe auf. Deshalb ist eine Kleidung zu wählen, die wenig Angriffsmöglichkeit bietet wie lange Hosenbeine, festes Schuhwerk, lange Ärmel und eine Kopfbedeckung bei Kindern. Das Einreiben mit einem Zecken-Abwehrmittel ist ebenfalls hilfreich.

Abwehrmittel ist ebenfalls hilfreich.
Wer sich im Freien aufhält, sollte sich jeden Tag gründlich auf Zecken absuchen, sie können auch in der Kleidung nahezu eine Woche überleben. Bis zum eigentlichen Zeckenbiss vergehen oft Stunden, da die Zecke sich eine warme und dünnhäutige Körperstelle sucht. Die Tierchen verbeißen sich in der Haut, saugen sich mit Blut voll und lassen sich später abfallen. Stellt man nun fest, dass es einen erwischt hat, muss sie sofort und fachgerecht entfernt werden, doch sollte man nicht experimentieren. Zecken werden immer ganz vorne mit einer Pinzette angefasst, keinesfalls gequetscht. Nach etwa einer Minute ständigen Ziehens löst sich die Zecke. Alte "Hausmittel" wie das Beträufeln mit Öl oder Klebstoff sollte man unbedingt unterlassen, da die Zecke sich sonst noch tiefer verbeißt und den Darminhalt in die Bissstelle erbricht. FSME-Erreger werden sofort weitergegeben, da diese sich in den Speicheldrüsen befinden. Borreliose-Erreger leben im Mitteldarm der Zecke und werden nach etwa 24 Stunden weitergegeben.

Ist man sich nicht sicher, ob man die ganze Zecke entfernt hat, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch sollte man die entfernte Zecke nicht wegwerfen, da eine Laboruntersuchung darüber Aufschluss geben kann, mit welchen Erregern man sich ggf. infiziert hat.

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