Cassini und Huygens zum Zweiten Mal auf dem Weg zu unsterblichem Ruhm.
Nachdem die Astronomen Cassini und Huygens schon vor langer Zeit zu Ruhm und Ehren gelangten durch ihre Arbeit, sind nun auch ihre Namensvettern, die Raumsonden der NASA und ESA Cassini und Huygens auf dem Weg in die Geschichte einzugehen.
Seit 4. Juli 2004 umkreist die Raumsonde der NASA, Cassini nun den Planeten Saturn. Sie war am 15. Oktober 1997 gestartet worden und hat seitdem atemberaubende Bilder von Saturn und seinen Monden, allen voran Titan geliefert. Bei ihrem Vorbeiflug am Jupiter hat sie auch von dem größten unserer Planeten viele exzellente Bilder geschossen.
An Board hat Cassini zahlreiche hochempfindliche Messinstrumente und als Krönung,
die Tochtersonde Huygens.
Während Cassini weiter ihre Bahnen um den Saturn
und seine Monde zieht, ist die Sonde Huygens seit 25. Dezember 2004 auf dem
Weg zum Titan. Cassini hat sie am frühen Morgen des 25.12.2004 ausgeklinkt
und auf die Reise geschickt.
Am Freitag, den 14.01.2005 wird Huygens den Abstieg in die Titan-Atmosphäre
beginnen und die Daten, die sie auf dem Weg zur Oberfläche des Titan sammelt,
zum „Mutterschiff“ Cassini senden. Cassini wird diese Daten dann
Richtung Erde zur NASA und ESA-Zentral weiterleiten.
Ihre drei großen Bremsfallschirme und der Hitzeschild werden der Sonde
einen hoffentlich sanften Aufprall bescheren und sollte dies der Fall sein,
wird Huygens noch eine Zeitlang Daten von der Oberfläche des wohl geheimnisvollsten
Mondes des Sonnensystems senden.
Während Huygens sich durch die Wolken von Titan kämpft, wird die Hauptsonde Cassini im Orbit des Titan verweilen und Huygens jede erdenkliche Hilfestellung leisten und gespannt auf alles lauschen, was ihre „Tochter“ ihr mitzuteilen hat.
Sollte Huygens den Aufprall unbeschadet überstehen, so wäre die Sonde das am weitesten von der Erde entfernt gelandete Raumfahrzeug aller Zeiten und somit neuer Rekordhalter.
Wissenschaftler vermuten auf dem eisigen Mond die Möglichkeit von primitivem Leben, besteht doch die Atmosphäre, genau wie die Erde, hauptsächlich aus Stickstoff, nur dass auf Titan an Stelle des Sauerstoffes der Erde, Methan tritt. Doch könnte es durchaus Mikroorganismen geben, die mit diesen Bedingungen zurecht kommen. Wahrscheinlich wird Huygens nach der Landung nicht mehr genügend Zeit haben um diese Frage genau zu erörtern, doch nur allzu oft wurde gerade Unerwartetes durch ein Quäntchen Glück begünstigt.
Am 14.01 werden wir es erfahren, denn die ESA wird live von diesem Ereignis aus der Zentrale in Darmstadt berichten.
Was auch immer ans Licht kommen wird, dies ist mit Abstand die spannendste Mission seit der Mondlandung 1969. Lassen wir uns überraschen!
[Autor: Anja Kolwicz]
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