Josef Schumpeter
Josef Alois Schumpeter ist nicht nur einer der bekanntesten Österreicher, er ist auch einer der bekanntesten Ökonomen in der Geschichte der Wirtschaftswissenschaften. Schumpeter wurde 1883 in Triesch in der damaligen österreichischen Provinz Mähren (heute Tschechien) geboren.
Schumpeter prägte in der wirtschaftswissenschaftlichen Disziplin der Neoklassik (in welcher der Österreicher durchaus eine Außenseiterrolle einnahm) besonders den Begriff der "schöpferische Zerstörung" durch Wettbewerb. Schumpeter entwickelte die die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Die wirtschaftliche Entwicklung wird nach seiner Vorstellung besonders durch Pionierleistungen begründet. Er stellte sich den Erfinder als temporären Monopolisten vor. Dessen Stellung wird erst geschwächt sofern Nacharmer auf den Plan treten. Das Wechselspiel aus Innovation und Imitation ist somit die Triebfeder für jeglichen wirtschaftlichen Wettbewerb.
Schumpeter selbst studierte von 1901 bis 1906 Rechtswissenschaften in Wien. 1906 promovierte er. 1909 trat der noch junge Mann seine erste Professur an. Es folgten Beschäftigungen an diversen Universitäten und bei verschiedenen Behörden sowie in der freien Wirtschaft. Zwischen 1927 und 1930 hielt Schumpeter Gastvorlesungen an der heutigen Eliteuniversität in Harvard ab. Von 1932 bis 1950 lehrte er dann als ordentlicher Professor in Harvard.
Schumpeter wurde besonders durch den von ihm geprägten Begriff der schöpferischen Zerstörung bekannt. Durch die Zerstörung von alten Strukturen werden die Produktionsfaktoren immer wieder neu geordnet. Die Zerstörung ist demnach eine notwendige Bedingung für Neuordnungen. Auslöser für die schöpferische Zerstörung sind Innovationen, die von dynamischen Unternehmern vorangetrieben werden.
In jüngeren Jahren wurden die Theorien Schumpeters zunehmend wiederentdeckt und auch geehrt. So verleiht z.B. die Wirtschaftwoche regelmäßig einen Schumpeterpreis. Jahrelang gab es eine Rubrik "Schumpeter" in der besonders dynamischen Unternehmer und ihre Geschäftsideen vorgestellt wurden.
Klaus-Martin Meyer