Simulation statt Experiment?
Immer häufiger finden sich auf Webseiten und in Lehrmittel-Katalogen multimediale Angebote, die Schülern und Studenten die Naturwissenschaften nahe bringen wollen. Diese Angebote enthalten teilweise sehr realistische Simulationen, die ein Experiment ersetzen sollen. Hier stellt sich nun die Frage, ob Lehrer bzw. Dozenten weiterhin zeitaufwändige Experimente mit ihren Schülern / Studenten durchführen sollen, oder ob sie die Zeit besser nutzen können.
Aus Fehlern wird man klug
Nach Auffassung von Dr. Martin Henschke mag zwar eine Simulation durchaus ihre
Berechtigung haben aber das "Feeling" eines echten Experiments, das sich durch Probleme und den einen oder
anderen Misserfolg auszeichnet, wird eine multimediale Simulation nicht vermitteln können. Doch gerade die
"Pannen" beim Experimentieren führen letztendlich dazu, dass sich der Lehrstoff tief im Gedächtnis
verankert und über einen langen Zeitraum behalten wird. Auch in dem Sprichwort "Aus Fehlern wird man klug",
kommt dies zum Ausdruck.
Dazu ein Beispiel: Nach etlichen Jahren, wenn das Wissen aus einem Experiment zufällig im Beruf Anwendung finden kann, wird sich der ehemalige Experimentator möglicherweise folgendes denken: "Ach ja, beim Experiment zur Wärmeleitfähigkeit habe ich mir die Hand verbrannt, dann ist mir das Thermometer zerbrochen und beim Aufsammeln der Splitter habe ich mich zudem noch geschnitten. Trotzdem erinnere ich mich genau - Kupfer leitet die Wärme deutlich besser als Edelstahl, weshalb ich mich auch am Kupfer verbrannte". Ziel erreicht, Lehrstoff behalten!
Eine Praktikumstunde ist zu kurz...
... um einen Versuch aufzubauen, Messungen durchzuführen, die mathematische Auswertung vorzunehmen und alles wieder
aufzuräumen. Dies ist oft ein Argument gegen Experimente, doch da bieten weitgehend vormontierte Versuchsaufbauten,
die z.B. von Dr. Martin Henschke Gerätebau konzipiert und vertrieben werden, einen Ausweg. Zumindest die beiden
zeitaufwändigen Schritte ‘Versuchsaufbau‘ und ‘Abbau‘ können so übersprungen werden.
Dadurch wird zwar auch das Fehlerpotential, welches ja mit zum Lernerfolg beiträgt, verringert, doch letztendlich
soll ja in 45 - 90 min. ein vorzeigbares und verständliches Ergebnis erhalten werden.
Erst durch Experimente erhält die Theorie ihre Bedeutung!
Dr. Martin Henschke