Das etwas andere Recycling alter Backsteine
Heutzutage versteht man unter dem Recycling in der Regel das zerlegen in die chemischen Bestandteilung eines Produktes. Joghurtbecher werden nicht als solche wiederverwendet, sondern nur das Plastik wird zur Produktion neuer (eventuell anderer) Produkte verwendet.
Einen anderen Weg gehen die Spezialisten für historische Baustoffe. Sie betreiben Recycling auf höchster Wertstufe. Die Baustoffe werden hier nicht geschreddert, sondern geborgen, gereinigt und wiederverwendet.
Am Beispiel Backstein lässt sich der Vorgang illustrieren:
Anstelle der Abrissbirne rückt hier der Handwerker an. Die Steine werden aus dem Mauerverband gelöst.
Anschließend werden grobe Mörtelanhaftungen abgepickelt und die Steine sauber palettiert. Jetzt sind
sie fertig für die Wiedereinbau.
Der Bauherr kann die Backsteine entweder so wie sie sind belassen, oder sie nach dem Einbau absäuern, um alle Kalkreste zu entfernen. Das ist einzig und allein eine Frage des Geschmacks. Der Eine bevorzugt es rustikal mit Kalk- und Mörtelresten, der andere will es möglichst sauber und aufgeräumt haben, ohne ganz auf das rustikale Aussehen der alten Steine zu verzichten. Sonst hätte er ja gleich neue Steine nehmen können.
Wie man sieht, bieten historische Baustoffe hervorragende Möglichkeiten, um sowohl umweltbewusst als auch schön zu bauen. Oftmals gilt dies ja als Widerspruch. Schönheit und Effizienz sind häufig nicht vereinbar.
Bei der Verwendung neuer Baustoffe darf nicht vergessen werden: Jeder Stein kostet natürliche Ressourcen UND viel Energie für die Produktion. Bei der Verwendung historischer Baustoffe hingegen muss nur der Aufwand für die Bergung kalkuliert werden. Da dies in der Regel mit Menschen- und nicht mit Maschinenkraft geschieht, wird die Umwelt hier kaum belastet. Alle anderen Aufwendungen (Transport und Wiedereinbau) fallen auch bei neuen Materialien an. Von daher fallen Sie für diese Betrachtung nicht ins Gewicht.
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