Licht und Glas
Wann eigentlich wird ein Wintergarten zu einem Raum, der alle unsere Sinne anregt und unsere Emotionen weckt? Doch erst dann, wenn das wechselnde Licht unter der gläsernen und schützenden Hülle zusammen mit seiner Form, seiner Einrichtung, seinen Materialien, der Farbgebung und auch dem Duft der Pflanzen eine harmonisches Ganzes ergibt. Wenn dies zu einem Gesamtwerk mit Naturillusion geworden ist, wie früher solche gelungenen Wintergärten genannt wurden.
Die Entwicklung der Glastechnologie ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir über die praktische Schutzfunktion des Glases längst hinaus sind. Jetzt gilt es, das Sonnenlicht mit seiner Lebenskraft in allen seinen Nuancen zu nutzen, zu einem Fest der Farben und zum Architekturthema zu machen - weit über das Kühl-Funktionale hinaus.
Wir nutzen das Licht dankbar in seiner technischen Dimension zur Wärmegewinnung, zum anderen seine Kraft, uns Lebensfreude zu schenken. Wo, wenn nicht unter Glas, im kleinen Erker, im geräumigen Wintergarten oder dem ganz Licht durchfluteten Dachgiebel, bestehen so viele Möglichkeiten, mit Hell-Dunkel-Effekten zu gestalten und zu spielen?
Zum phantasievollen Entwerfen steht dem heutigen Architekten eigentlich nur ein Glastyp zur Verfügung: das Isolierglas. Bei den alten Glashäusern wurde stets Einfachglas verwandt mit all seinen Vorteilen, aber auch seinen großen Nachteilen. Sein geringes Gewicht ermöglichte für das Auge so angenehm grazile Dimensionen der Konstruktionsteile. Dagegen standen seine geringe Wärmedämmung und die damit verbundene Tauwasserbildung. Heute wird diese Verglasungsart wegen unserer gewachsenen Ansprüche an den Komfort, wie auch aus Gründen einer verantwortungsvollen Energieverwendung recht selten eingesetzt.
Mit der Erfindung des Isolierglases - erste Formen gab es schon in den zwanziger Jahren - und der Entwicklung der Funktionsgläser in den siebziger Jahren konnten diese Nachteile überwunden werden.
Für die Gestaltung von Wintergärten kommen zum einen die allein wärmedämmenden Isoliergläser in Betracht mit günstigem k-Wert,
zum anderen die reflektierenden Sonnenschutzgläser, sowohl farblich neutral als auch mit unterschiedlichen Farbbeschichtungen.
Zum Vergleich: Einfachglas hat einen bis zu fünfmal schlechteren k-Wert als heutige Isoliergläser.
Die Isoliergläser sind auch in der Lage, weitere Funktionen zu übernehmen: als dichteres oder gasgefülltes Glas den Schallschutz.
Für den Einbruchschutz werden Verbund-Sicherheitsgläser (VSG- Klassen A und B) empfohlen wie auch die Beschuss hemmenden Gläser
(Klasse C) und die Gläser mit integrierter Metallschleife in Verbindung mit einer Alarmanlage, um nur einige Beispiele zu nennen.
Die Verbund-Sicherheitsgläser (VSG) sind aus Sicherheitsgründen ohnehin für Dach- und Schrägverglasungen in Aufenthalträumen
zwingend vorgeschrieben.
All diese Funktionen werden nahezu unsichtbar erfüllt, so dass der planende Architekt diese Gläser je nach Behaglichkeitswunsch und Sicherheitsbedürfnis seiner Bauherren sachgerecht und gezielt für das Spiel mit Flächen und Formen, Licht und Schatten einsetzen kann.
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