Wintergarten aus Holz

Der Werkstoff Holz ist in den sechziger Jahren häufig nicht materialgerecht eingesetzt worden. Die Folgen waren Feuchtigkeitsschäden, Fäulnis und Verrottung. Durch diese Schäden hat das schöne und über Jahrhunderte bewährte Baumaterial seinen guten Ruf eingebüßt. Und daraus resultierte unter anderem die schwunghafte Entwicklung vermeintlich substituierender Materialien wie Aluminium und Kunststoff.

Inzwischen ist das Bewusstsein für materialgerechtes Konstruieren und natürliche Baustoffe gewachsen und damit die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Holz.
Wohnkultur und Naturnähe, diese scheinbaren Gegensätze, lassen sich durch einen Wintergarten in Holzkonstruktion oft besonders harmonisch zusammenfügen.
Die fast unbegrenzte Form- und Profilierbarkeit des natürlichen Werkstoffes fördern seine Beliebtheit ebenso wie die subjektiv empfundene Wärme und die Ausstrahlung seiner Oberfläche - ob nun naturbelassen, lasiert oder in einer beliebigen Farbe lackiert. Seine erstaunliche Haltbarkeit gewährleistet, wie es die alten Holzhäuser beweisen, allein die fachgerechte Verwendung. Das heißt: Die Konstruktion muss wasserabweisend sein, und es dürfen sich keine Feuchtigkeitsnester bilden. Dann steht der fast unbegrenzten Dauerhaftigkeit von Holz nichts im Wege.

Für die Konstruktion eines Wintergartens sind die heimischen Nadelholzarten Fichte und Kiefer zu empfehlen, wie auch nordamerikanische Oregon-Pine und Hemlock (besonders geeignet für helle deckende Anstriche) oder die Laubhölzer Eiche, Mahagoni, Meranti und Niangon. Auch wenn die tropischen Laubhölzer härter und unempfindlicher gegen Pilzbefall sind als die Nadelhölzer, kann auf ihren Einsatz zugunsten der Erhaltung des tropischen Regenwaldes durchaus verzichtet werden.

Den besonderen Eigenschaften von Holz muss bereits in der Entwurfsphase Rechnung getragen werden. Hier sind die Erfahrung und Kentnis des Architekten gefordert. Wenn der Wintergarten optisch transparent erscheinen soll, müssen die einzelnen Stützweiten klein gehalten werden. So bleiben die Querschnitte schlank.

Bei größeren Spannweiten und höherer statischer Belastung werden die Sparren als verleimte Querschnitte ausgebildet, um ein Verdrehende zu vermeiden. Große Spannweiten können aber bei Holz einen etwas klobigen Eindruck bewirken, wenn sie nicht feinfühlig genug eingesetzt werden.

Im Dachbereich kommt man nicht umhin, die Verglasungsstöße durch Aluminiumprofile abzudecken. Und am Fußpunkt ist die Konstruktion so auszubilden, dass sich kein stehendes Wasser bilden und auch Spritzwasser das Holz nicht durchfeuchten kann.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass dieser Werkstoff einer gewissen Pflege bedarf, aber Holz bietet sicherlich die breiteste Palette, Konstruktionsteile gestalterisch zu behandeln und in besondere Beziehung zu den anderen Werkstoffen im Wintergarten zu setzen wie dem Glas, dem Fußbodenbelag, dem Mobiliar und auch der angrenzenden Architektur des Wohnhauses.

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