Gemüsegarten düngen
Eine gute Ernte im Gemüsegarten kann man nur durch ausgeglichene Düngung erreichen. Ein Nährstoff-Überangebot ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch umweltschädlich. Bei nicht ausreichender Nährstoffversorgung mangelt es an Erträgen. Um hier die richtige Dosierung zu finden, kann eine Bodenuntersuchung über die Nährstoffversorgung und den ggf. erforderlichen Düngebedarf durchgeführt werden.
Viele Hobbygärtner düngen jedoch gewohnheitsmäßig, nach eventuellen pauschalen Bauernregeln oder schenken der Werbung zu gern Glauben. Im letzten Jahrzehnt wurden jedoch die Düngegewohnheiten von knapp 22.000 Hobbygärtnern ausgewertet. Diese Studien belegen, dass diese Gewohnheiten sich in den verschiedenen Gartenbereichen unterschiedlich auswirken. Es wurden Bodenproben von Gemüse-, Rasen- und Zierpflanzenflächen sowie von Obst- und Nadelbaumböden untersucht.
Mehr als 75 Prozent der Gemüsebeete waren übermäßig hoch mit Kalk versorgt und hatten ungünstig hohe pH-Werte. Die Phospatversorgung war hier ebenfalls sehr hoch. Ausgewogene oder unterversorgte Gartenböden wurden nur selten festgestellt. Eine andere Situation ergab sich bei den Rasenflächen. Hier litten 75 Prozent der Böden an Magnesium- und Kaliummangel, woraus sich ergibt, dass Gemüsegärten häufig überdüngt werden, während Rasenflächen nicht ausreichend versorgt sind.
Bei einer Überdüngung des Bodens gelangen wasserlösliche Nährstoffe wie Kalium, Magnesium und Nitratstickstoff in tiefere Bodenschichten und danach zur Auswaschung ins Grundwasser. Diese umweltschädliche und kostenintensive Überdüngung verursacht außerdem ein verändertes Pflanzenwachstum, verschlechtert die Qualität der gezüchteten Lebensmittel, führt zu Auswaschungsverlusten und bei oberflächlicher Bodenabtragung zur erhöhten Nährstoffabgabe in Gewässer. Hinzu kommt die Verschwendung natürlicher Rohstoffvorräte.
Damit stellt sich die Frage, wie viel sollte gedüngt werden? Dies richtet sich nach den Bodenverhältnissen und dem Bedarf der Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer. Über die Ressourcen des Bodens gibt nur die Bodenuntersuchung zuverlässigen Aufschluss. Danach unterteilt man wie folgt:
- Versorgungsstufe A (sehr niedrig) - doppelte Düngung
- Versorgungsstufe B (niedrig) - 1,5fache Düngung
- Versorgungsstufe D (hoch) - halbe Düngung
- Versorgungsstufe E (sehr hoch) - Düngung nicht erforderlich
Je nach Versorgungsstufe ist demnach ein Auffüllen der Bodenvorräte durch Düngung erforderlich oder auch ganz verzichtbar. Zu beachten ist, dass die Gebrauchshinweise auf den Verpackungen von Düngern sich auf optimal versorgte Böden beziehen. Angepasst an die Ergebnisse der Bodenuntersuchung muss nun die Düngermenge entsprechend abgeändert werden. Bei Kompostdüngung sollte die empfohlene zusätzliche Düngung halbiert werden, um keine Überdüngung zu verursachen.
Mineralisch gelöste Nährstoffe stellen die alleinige Nahrung der Pflanzen dar. Diese erhalten sie entweder durch Dünger oder mittels Umsetzungstätigkeiten der Bodenlebewesen aus unterschiedlichsten Nährstofflieferanten.
Es ist zu beachten, dass auch bei organischer Düngung ein pflanzengerechtes und umweltschonendes Maß nicht überschritten wird. Bauern düngen entsprechend den Ergebnissen der Bodenuntersuchung bereits seit Jahrzehnten, was seit 1996 rechtlich vorgeschrieben ist. Organische Dünger, die - wie Gülle und Mist in der Landwirtschaft - problematisch sind, sollten fachlich kompetent im eigenen Garten verwendet werden. Eine Bodenuntersuchung des Kalkzustandes und Nährstoffvorrates im Garten sollte alle 2 bis 3 Jahre erfolgen. Gibt man dabei an, welche Pflanzen dort wachsen oder gedeihen sollen, erhält man aufgrund der Nährstoffanalyse eine entsprechende Düngungsempfehlung.