Sexy Dessous - Unterwäsche
Die Magie des Dessous
Menschen und damit die Träger von Mode produzieren fortwährend Sinn, indem Dinge und Handlungen in ein Netz von semiotischen und funktionalen Strukturen eingebettet werden.
Der Oberbegriff, der dies alles her- und darstellt, ist die Kommunikation. Selbst Handlungen kann man nur in kommunikativer Form Sinn zuschreiben und sie so bestimmen. Allerdings gibt es verschiedene Formen der Kommunikation - alltägliche, soziale, verbale, nonverbale, rituelle und transzendente... Diese letzt genannte Form kann man je nach Abhängigkeit der sozialen Akzeptanz in Religion und Magie unterteilen. Die Differenz zwischen Magie und Religion, so Marcel Mauss, findet man in der rituellen Handlung. Der magische Ritus ist nicht auf Pflichterfüllung und Unterjochung gegenüber einer verehrten Gottheit angelegt (Opfermotiv), sondern auf ein aktives Gebieten und Beeinflussen (Behexungsmotiv). In der heutigen Gesellschaft spielt diese Funktion von Kommunikation eine große Rolle (Werbung), doch selten wird sie so benannt.
Kleidung ist nicht zwingend eine persuasive Macht zu unterstellen, ganz anders Dessous, Lingerie und Mieder. Bei einem Dessous in schwarz, die Farbe der Nacht mit ihren Geheimnissen, kann man davon ausgehen, dass hier ein Behexungsversuch unternommen werden soll. Sexy Dessous verzaubern die Sinne des Mannes, so dass es sogar zu Sinnestäuschungen und Wahrnehmungsstörungen kommen kann.
Mit dieser Kraft können Frauen spielen und sie erhalten Macht über das starke Geschlecht. Eine aggressive Frauenbewegung müsste demzufolge Dessous und sexy Unterwäsche für alle fordern. Magie und Macht sind eng miteinander verknüpft. Der Despot oder der Tyrann, wie es die Geschichte oft gezeigt hat, verfügen auch über magische Fähigkeiten zur Beeinflussung von Menschen. Die Frau im sexy Dessous ist der Magier der Liebe.
Frank Oehler - frank.oehler@kesys.com