DVB-T - Fernsehen
Einige Jahrzehnte war es üblich, dass jedes Haus eine Antenne besaß, um Fernsehprogramme zu empfangen. Doch der Empfang war nicht besonders gut und vom Wetter abhängig. Außerdem konnte nur ein begrenztes Programmangebot genutzt werden.
Die Lösung hieß dann in der nächsten Generation Kabel oder Satellit. Doch Kabelempfang ist relativ teuer geworden - Satellitenempfang hat häufig den Nachteil, dass bei schlechtem Wetter auch der Empfang leidet. Also doch zurück zur Antenne? Im Prinzip ja, aber bei deutlich veränderten Möglichkeiten. Es können mehr Programme empfangen werden und der Fernsehempfang über Antenne wird digital. In Köln und Bonn wurde bereits im Mai 2004 von analog auf digital umgestellt und ein halbes Jahr später konnten auch die großen Ruhrgebietsmetropolen wie Duisburg, Bochum, etc. diese neue Variante nutzen.
Doch was ist eigentlich DVB-T? Diese Abkürzung steht für Digital Video Broadcasting - Terrestrial. Das digitale Fernsehen wird über Antenne ausgestrahlt, was also nur jene Zuschauer betrifft, die auch ihre Programme über Dach- oder Zimmerantenne empfangen. Man benötigt dann entweder ein DVB-T-taugliches Fernsehgerät oder eine so genannte Set-Top-Box, welche ab 100 Euro erhältlich ist. Zusätzliche Kosten, wie beispielsweise in Form von Gebühren, entstehen nicht.
Da sich für Zuschauer mit Kabel- oder Satellitenempfang nichts ändert, können diese selbst abwägen, ob sie auf diese preisgünstige Alternative umsteigen möchten.
Bislang wurde beim analogen Fernsehempfang je TV-Programm ein eigener Kanal verwendet. Deshalb werden momentan auch nur wenige Programme terrestrisch ausgestrahlt. Hingegen werden beim digitalen Fernsehen die zu sendenden Bild- und Tonsignale so komprimiert, dass ein Kanal für etwa 4 Programme ausreicht. Nach abgeschlossener Umstellung können ungefähr 24 Programme übertragen werden. Doch wie bereits erwähnt, ist ein analoger Fernseher nicht in der Lage, die digitalen Datenströme auszuwerten. Dazu ist entweder die bereits genannte Set-Top-Box erforderlich oder ein DVB-T-taugliches Fernsehgerät, worin ein entsprechender Decoder bereits integriert ist. Damit lassen sich die öffentlich-rechtlichen Programme (beispielsweise Das Erste, ZDF, WDR, 3SAT, ARTE, KIKA, Phoenix) sowie verschiedene Privatsender empfangen. Wird die Set-Top-Box verwendet, schließt man diese an den Scart-Anschluss oder den Antenneneingang des Fernsehgerätes an. Die bislang verwendete oder auch noch nicht demontierte Antenne kann weiterhin genutzt werden, da die neuen digitalen Fernsehprogramme über dieselben Sendeanlagen ausgestrahlt werden wie bisher die alten analogen Programme. Oft reicht sogar die Stabantenne am Fernseher aus, was bedeutet, dass man - Strom vorausgesetzt - überall fernsehen kann. Sogar die Sportübertragung im Garten!