Elektroherd - Induktionsherd

831 unternahm der englische Physiker Faraday einen berühmten Induktionsversuch, bei dem er 2 Spulen Kupferdraht auf einen gemeinsamen Träger wickelte. Wurde durch die erste Spule ein elektrischer Impuls geschickt, entstand ebenfalls in der zweiten Spule ein elektrischer Impuls, obwohl keine leitende Verbindung zwischen beiden bestand.

Seit bereits einigen Jahrzehnten bietet der Handel Herde mit einer Glaskeramikplatte, unter der Heizwicklungen liegen. Sie arbeiten nach dem physikalischen Prinzip der Erhitzung durch glühende Metalldrähte. Doch diese Technik ist inzwischen überholt, denn mittlerweile arbeiten neue Herdtypen nach dem zuvor beschriebenen Induktionsprinzip, auch vom Handel als Induktionsherd bezeichnet.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Elektroherd erwärmt sich die eingeschaltete Kochzone erst, wenn darauf ein Stahltopf mit Inhalt steht. Bei einem genannten Induktionsherd befindet sich unter der Glaskeramik eine Induktionsspule, die von sehr hochfrequentem Strom durchflossen wird. Aus dem Wechselstrom resultiert ein sich schnell änderndes Magnetfeld, welches den Metallboden des Topfes durchsetzt. Dabei entsteht im Topfboden elektrische Spannung, welche den Induktionsstrom verursacht. Dieser Induktions- oder Wirbelstrom erhitzt den Topfboden sehr schnell und somit auch das Kochgut.

Hitze entsteht also dort, wo sie tatsächlich benötigt wird: im Topfboden.
Da das Wechselfeld eine hohe Frequenz hat, dringt es lediglich ca. 0,1 mm in den Topfboden ein. Grundsätzlich breitet sich das magnetische Wechselfeld der Induktionsspule genauso nach oben in Topfrichtung als auch nach unten in Herdrichtung aus. Deshalb empfiehlt sich ein Topfboden aus ferromagnetischem Material wie Stahl, da sich die Magnetfeldabstrahlung dadurch nach oben verzerrt.

Topfböden aus Kupfer oder Aluminium sind deshalb ungeeignet. Wird es trotzdem verwendet, erfolgt keine Energieübertragung. Die Eignung des Kochgeschirrs lässt sich mittels Dauermagnet feststellen - haftet er am Topfboden, kann es verwendet werden. Ein Temperatursensor erkennt, ob das Kochgeschirr leer oder leergekocht ist und sorgt ggf. für eine automatische Abschaltung.

Ein Induktionsherd spart etwa bis zu 10 % der bisher für das Kochen benötigten Energie ein, da die Ankochzeit erheblich kürzer ist, weil Kochplatte und Heizwendeln nicht vorab erwärmt werden müssen. Da lediglich der Topfboden erhitzt wird, entsteht wesentlich weniger Wärmestrahlung in die Umgebung, und auch die Glaskeramik heizt sich lediglich durch den auf ihr stehenden Topf auf. Überkochendes Gargut brennt also weniger an und ein. Auf Temperaturänderungen reagiert der Induktionsherd genau so schnell wie ein Gasherd.

Inzwischen befinden sich statt der herkömmlichen Drehknöpfe Sensoren im Bedienfeld, welche durch einfaches Antippen betätigt werden. Selbst bei ausgeschaltetem Gerät haben sie einen bestimmten Stromverbrauch, jedoch lässt sich der Verbrauch dieser Stand-By-Bedienungen auf ca. 1 Watt reduzieren, worauf man beim Kauf achten sollte.

Induktionsherde sind keineswegs preiswert, bedingt durch die aufwändige Elektronik unter der Glaskeramikplatte. Die noch relativ verhaltene Nachfrage führt dazu, dass eine Kosten sparende Massenproduktion noch nicht möglich ist.

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