Piercing - Piercing Schmuck

Beim Piercing handelt es sich, ähnlich wie beim Tätowieren, um eine Art der Körperkunst. Hierbei werden Schmuckringe oder Schmuckstäbe an verschiedenen Stellen durch die Haut und das darunter liegende Fett- oder Knorpelgewebe gezogen. Bei den Schmuckstücken handelt es sich meistens um verschraubbare Barbells - das sind Stäbe mit 2 verschraubten Kugeln an den Enden - oder um Ball Closure Ringe mit Klemmkugel.

Als Materialien für diesen Piercing-Schmuck kommen 750er Gold, Platin, Niobium, Titan und medizinischer Edelstahl vorwiegend zum Einsatz. Wer jedoch zum ersten Mal Piercing-Schmuck trägt, sollte hierfür Titan, Niobium oder PTFE wählen.

Verantwortungsbewusste Piercing-Studios erkennt man auch daran, dass für den Ersteinsatz nur Schmuck aus G23-Titanium oder 316L-Implantatstahl verwendet wird.

Das Stechen des Piercings erfolgt meist mit einer Venen-Verweilkanüle, bei der die Nadel einen Plastik- oder Teflonüberzug hat. Ist die Haut durchstochen, wird die Nadel entfernt und der Schmuck wird mithilfe des Kunststoffüberzuges durch den Stichkanal gezogen. Damit sich das Loch nicht entzündet, muss auf strenge Hygiene geachtet werden. Außerdem darf der Schmuck mehrere Wochen nicht gewechselt werden, da der Heilungsprozess sonst negativ beeinflusst wird und die Infektionsgefahr steigt.

Es gibt jedoch noch andere Varianten, ein Piercing einzubringen. Für Ohren- oder Nostril-Piercings wird häufig die Ohrlochpistole verwendet, obwohl diese dafür eher ungeeignet ist, denn das Gewebe kann reißen oder Knorpelstellen splittern. Eine andere Methode ist der Dermal Punch. Hierbei werden mittels Hohlnadel Gewebeteile bis zu 8 Millimeter Durchmesser herausgestanzt. Bei diesem Verfahren ist der Heilungsprozess besser, da das Gewebe ganz entfernt wird. Es findet meist für größere Schmuckteile Verwendung.

Für echte Piercing-Fans gibt es wohl kaum eine Stelle des Körpers, die zum Tragen des Piercing-Schmucks ungeeignet erscheint. So unterscheidet man beispielsweise beim Ohrpiercing zwischen 9 und beim Gesichtspiercing zwischen 11 verschiedenen Punkten, an denen gestochen wird. Beim Körperpiercing unterscheidet man zwischen Brustwarzen-, Bauchnabel- und Madison-Piercing.

Für viele Anhänger ist das Intim-Piercing Ausdruck sexueller Attraktivität und Experimentierfreudigkeit. So kennt das Intimpiercing für den Mann alleine 9 unterschiedliche Varianten, das für die Frau 6 verschiedene Möglichkeiten.

Erfolgt das Piercen nicht fachgerecht, besteht die Gefahr von Entzündungen.
Auch können Verletzungen von Nerven und ggf. Zähnen, bei letzteren als Spätfolge sogar deren Verlust auftreten. Bei großer Kälte unter -10° C können bei offenen getragenen Metallpiercings Erfrierungen auftreten.

Ein Piercen darf nur bei volljährigen Personen vorgenommen werden, bei Minderjährigen muss eine Einverständniserklärung vorliegen. Der Piercer unterliegt der Beratungspflicht und lässt sich aus rechtlichen Gründen, da er eigentlich eine Körperverletzung vornimmt, das Einverständnis generell schriftlich bestätigen. Ist lokale Betäubung mittels Injektion für das Piercen erforderlich, sollte der Piercer zumindest eine Ausbildung zum Heilpraktiker haben.

Weitere Artikel in der Rubrik Shopping